Slowenien-Wahl wird im Endspurt wieder spannend

Der slowenische Ministerpräsident Pahor hat die Hoffnung auf einen Sieg bei der Parlamentswahl am Sonntag bereits aufgegeben. In einer TV-Debatte mit dem konservativen Oppositionsführer Janez Jansa sagte der Sozialdemokrat am Freitag den Sieg seines Kontrahenten voraus. Doch der komfortable Vorsprung der Opposition ist lau einer letzten Umfrage auf knapp vier Prozent zusammengeschmolzen.

Eine totale Umkehrung des Ergebnisses ist nicht ausgeschlossen“, kommentierte das Meinungsforschungsinstitut Ninamedia. Anders sieht das Ministerpräsident Pahor: „Ich habe noch bei jeder Wahl das Ergebnis richtig vorhergesagt. Ich glaube, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass das (der Wahlsieger, Anm.) Kollege Jansa sein wird.“

Damit sei er natürlich „nicht zufrieden“, fügte Pahor hinzu. „Ich glaube, dass die Menschen das Recht haben, ein Risiko einzugehen. Wenn sie erkannt haben werden, dass sie sich falsch entschieden haben, wird es Gelegenheit zu Neuwahlen geben.“ Pahor betonte, dass er zur Führung Sloweniens in den jetzigen Krisenzeiten besser geeignet sei. Jansa mangle es nämlich an Urteilskraft, was sich auch während seiner Amtszeit als Regierungschef (2004-2008) gezeigt habe. Pahors Mitte-Links-Regierung ist im Sommer an der Reformpolitik zerbrochen.

In der letzten Umfrage sackte Jansas Demokratische Partei auf 28,5 Prozent ab, die linksgerichtete Partei „Positives Slowenien“ des Laibacher Bürgermeisters Zoran Jankovic konnte sich auf 24,6 Prozent steigern. Die Sozialdemokraten erreichen demnach 14,3 Prozent der Stimmen und damit klar den dritten Platz vor der neuen liberalen Partei des Ex-Jansa-Weggefährten Gregor Virant (8,1 Prozent) belegen. Den Einzug ins Parlament schaffen demnach noch die Slowenische Volkspartei (SLS, 7,4 Prozent) und die Demokratische Pensionistenpartei (DeSUS, 5,8 Prozent).

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte