Nur wenige chinesische Hacker- Teams hinter Angriffen auf die USA

US-Experten berichten über ihre Erkenntnisse. Die Attackenließen sich auch auf einzelne Personen zurückverfolgen.

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© Keystone

Washington – Für die meisten Computerangriffe aus China auf Firmen und Behörden in den USA ist nach Angaben von Sicherheitsexperten eine kleine Gruppe von etwa zwölf Hacker-Teams verantwortlich, die von Peking unterstützt und gelenkt werden. Bei diesen Angriffen würden geistiges Eigentum und Daten im Wert von mehrere Milliarden Dollar gestohlen, heißt es.

Bei ihren Attacken hinterlassen die Angreifer den Angaben zufolge oft Spuren, die es ermöglichen, sie bestimmten Hackerteams oder sogar auch einzelnen Personen zuzuordnen. Manchmal sei man auch in der Lage, zu sagen, wo sich gerade ein Hacker aufhalte und um wen konkret es sich dabei handele, erklärten Experten, die mit der Analyse der Angriffe vertraut sind.

Trotzdem ist es für die USA fast unmöglich, einen der Hacker in China zur Verantwortung zu ziehen. Das liegt zum einen daran, dass dazu der rechtliche Rahmen fehlt, zum anderen ist es recht schwierig, juristisch eindeutig nachzuweisen, dass ein Angriff von einer bestimmten Person ausging. China weist entsprechende Anschuldigungen aus den USA auch regelmäßig zurück.

In der US-Industrie aber wächst der Unmut über den gegenwärtigen Zustand, wie James Cartwright erklärt, ein früherer General der Marineinfanterie und anerkannte Experte in Sachen Cyber-Angriffe. Derzeit seien Angriffe auf US-Einrichtungen völlig risikolos, sagt er. Die USA müssten mehr unternehmen, um zur Abschreckung vor derartigen Angriffen beizutragen.

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Schadsoftware tief in den Netzen versteckt

Cyber-Angriffe aus China sind für die USA schon seit vielen Jahren ein Problem, wie es heißt. Bis vor etwa zehn Jahren richteten sich diese Angriffe zumeist auf die US-Regierung selbst. Dann aber wurden auch Rüstungsfirmen und Unternehmen aus anderen wichtigen Bereichen wie etwa dem Energie- oder Finanzsektor ins Visier genommen.

Den Analysen der Experten zufolge bekommen etwa ein Dutzend Hacker-Teams in China regelmäßig Aufträge für bestimmte Ziele. Manchmal würden sogar mehrere Teams auf das gleiche Ziel angesetzt, um zu sehen, wer als erster die gewünschten Informationen liefere. Dabei sind die Angriffsmethoden den Experten zufolge immer ausgefeilter geworden. Oft werde die Schadsoftware tief in den Netzwerken versteckt, sodass sie über Monate oder Jahre immer wieder zu Angriffen benutzt werden könne. So werden Tastatureingaben überwacht oder Passwörter gestohlen.

Auch Gegenangriffe möglich

Insgesamt beobachten die Experten, dass die Mehrzahl der Angriffe in den USA, bei denen es um geistiges Eigentum oder andere geheime Daten geht, von chinesischen Hackern ausgehen. Wenn es um den Diebstahl von Kreditkarten- oder Finanzinformationen geht, sind oft Gruppen aus Osteuropa oder Russland verantwortlich.

Die USA hatten im vergangenen Monat erstmals China und Russland für den systematischen Diebstahl von Hightech-Daten verantwortlich gemacht. Damit deutet sich schon an, dass die USA ihre bisherige Zurückhaltung in diesem Gebiet wohl aufgeben und deutlicher gegen Cyber-Kriminalität Stellung nehmen werden. Der nächste Schritt müsse es nun sein, dass die USA klar sagten, wie sie gegen die Angriffe vorgehen wollten, fordert Cartwright. Das könne dann letztlich auch zu Angriffen auf die Server führen, von denen die Angriffe ausgingen. (dapd)


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