US-Armee zieht ab - Menschenrechtsverletzungen im Irak

Das US-Militär soll aus dem Irak abziehen. Folter, willkürliche Morde und andere Menschenrechtsverletzungen haben das Ansehen der USA und ihrer Armee dort schwer geschädigt.

Bagdad – Bereits ein Jahr nach der Invasion der Amerikaner im Jahr 2003 löste die Folteraffäre im Gefängnis von Abu Ghraib nahe der Hauptstadt Bagdad weltweite Empörung aus. Symbole des Skandals waren Bilder, auf denen eine US-Soldatin mit einem angeleinten Gefangenen posierte oder ein Häftling offenbar mit Elektroschocks gefoltert wurde. Andere Fotos zeigten, wie Insassen sexuell missbraucht und gedemütigt wurden. Ein „Verhörspezialist“ erhielt später zehn Jahre Haft, seine damalige Freundin drei Jahre. Die Befehlshaberin des Gefängnisses wurde vom General zum Oberst degradiert.

Als schlimmes Verbrechen der US-Streitkräfte gilt auch ein Zwischenfall am 19. November 2005 in dem westirakischen Ort Haditha. Damals stürmten Elitesoldaten mehrere Häuser und erschossen 24 Zivilisten, darunter auch mehrere Kinder. Zuvor war ein US-Unteroffizier in der Hochburg der Aufständischen getötet worden.

Besonders brutal war ein US-Trupp im März 2006 südlich von Bagdad gegen eine Familie vorgegangen. Die Männer drangen in ein Haus ein und vergewaltigten ein 14-jähriges Mädchen. Dann erschossen sie das Kind und verbrannten es mit Benzin. Auch alle anwesenden Familienmitglieder wurden ermordet. Gerichte im US-Bundesstaat Kentucky ahndeten die Tat mit teils hohen Haftstrafen.

Nicht Angehörige der Streitkräfte, sondern Männer des zivilen Sicherheitsdienstes Blackwater bereiteten den USA am 16. September 2007 einen Tag der Schande. Damals erschossen Blackwater-Angehörige im Westen von Bagdad 17 irakische Zivilisten. Sie hatten einen Konvoi von amerikanischen Diplomaten begleitet, der ihrer Ansicht nach angegriffen wurde. Die „Privatarmee“ hatte einen Vertrag mit der Regierung in Washington. (APA/dpa)

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