Und er arbeitet und arbeitet: Architekt Niemeyer wird 104

Brasiliens „Jahrhundertarchitekt“ Oscar Niemeyer wird morgen, Donnerstag (15. Dezember), 104 Jahre und denkt offenbar nicht daran, die Hände...

Brasiliens „Jahrhundertarchitekt“ Oscar Niemeyer wird morgen, Donnerstag (15. Dezember), 104 Jahre und denkt offenbar nicht daran, die Hände in den Schoß zu legen. Er widmet sich unter anderem der Zeitschrift „Nosso Caminho“ (Unser Weg), die er mit seiner Frau Vera Lucia (66) herausgibt und für die er viele Texte schreibt. Nach lokalen Medienangaben will er am Geburtstag keine große Party machen, möglicherweise aber mit Freunden in seinem Büro in Rio die Ausgabe Nummer elf von „Nosso Caminho“ feiern. Die Zeitschrift befasst sich mit Politik, Philosophie und Architektur.

Am selben Tag soll in Brasília der neue Sitz der Wahlrechtsbehörde (TSE) eingeweiht werden, der auf einen Niemeyer-Entwurf zurückgeht. Der futuristische Halbkreis-Bau kostete umgerechnet 135 Millionen Euro und reiht sich ein in die Niemeyersche Gesamtarchitektur der brasilianischen Hauptstadt. Die Geburtstagsstimmung trüben dürfte aber die jüngste Botschaft aus der nordspanischen Stadt Aviles, wo das erst vor knapp neun Monaten eröffnete Niemeyer-Zentrum bis auf weiteres geschlossen wird. Niemeyer hatte das Zentrum einmal als sein wichtigstes Bauwerk in Europa bezeichnet.

Der gebürtige Carioca, wie die Einwohner Rios heißen, wird aber letztlich darüber nicht verzweifeln. Über den Sinn des Lebens hatte er sich in diesem Jahr in einer französischen Zeitung geäußert: „Eine Frau an der Seite - den Rest wählt Gott aus!“ In Brasilien, dem Land der nächsten Fußball-WM, sei das nichts Besonderes. „Bis zum Alter von 15 Jahren denken die Jungs hier nur an Fußball, danach nur noch an Frauen; so läuft das hier.“

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