2000 Büros zerstört: Norwegens Regierungszentrale vor dem Abriss

Durch das Breivik-Attentat im Juli sind in Oslo zahlreiche Regierungsbüros zerstört oder beschädigt worden. Nun muss das Gebäude wohl abgerissen werden.

Oslo - Die beim Anschlag im Sommer schwer beschädigte norwegische Regierungszentrale in Oslo wird wahrscheinlich komplett abgerissen. Die zuständige Erneuerungsministerin Rigmor Aasrud sagte am Dienstag vor einem Ortstermin mit Journalisten, eine Sanierung der 18-stöckigen Gebäudes werde teurer als der Abriss mit einem Neubau. Man werde die Entscheidung nach praktischen Gesichtspunkten fällen.

Der rechtsradikale Attentäter Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli direkt vor dem Gebäude eine Autobombe gezündet, durch die acht Menschen starben. Danach tötete der 32-Jährige bei einem Massaker auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Sommerlagers.

Die Zeitung „VG“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, dass hinter die Kulissen bereits der Abriss des Hochhauses beschlossene Sache sei. In dem Gebäude hatte auch Ministerpräsident Jens Stoltenberg sein Büro im 16. Stock. Er war zum Zeitpunkt des Anschlags nicht anwesend.

Beim ersten Ortstermin für Pressevertreter knapp fünf Monate nach dem Attentat erwies sich Stoltenbergs Büros als weitgehend intakt. Zahlreiche Büroräume in darunter liegenden Stockwerken wurden bei der Detonation komplett zerstört. Mehrere norwegische Ministerien sind seit dem Anschlag provisorisch in anderen Gebäuden untergebracht.

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Der Attentäter sitzt in Untersuchungshaft und soll am 16. April nächsten Jahres vor Gericht gestellt werden. Zwei Rechtspsychiater haben Breivik für nicht zurechnungsfähig erklärt. (APA/dpa)


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