Jugendanwaltschaft Tirol setzt auf externe Vertrauenspersonen

Schutz vor sexuellen Übergriffen und körperlicher Gewalt in Einrichtungen wie Heimen und Schulen.

Innsbruck – Nachdem die Gewalttaten an Kindern und Jugendlichen in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen bekannt wurden, hat die Aufarbeitung begonnen - konkrete Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft und das Elisabethinum Axams haben die von der Steuerungsgruppe Opferschutz eingebrachte Forderung nach einer externen Vertrauensperson eingeführt.

Ehemalige Betroffene, die ihre Kindheit in Erziehungsheimen verbringen mussten, betonten in ihren Erzählungen übereinstimmend, dass sie sich jemanden gewünscht hätten, mit dem sie alleine und vertraulich hätten sprechen können, und zwar jemanden außerhalb des Systems. „Es hat mir keiner geglaubt“, war einer der häufigsten Aussagen.

Seit April 2011 besucht jeden dritten Mittwoch eine Mitarbeiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft die Einrichtung in Axams. Elisabeth Harasser, Kinder- und Jugendanwältin für Tirol, sagt dazu: „Die langjährigen Erfahrungen zeigen, dass der persönliche Kontakt und die niederschwellige Erreichbarkeit wesentlich sind, damit sich Kinder in einem Abhängigkeitsverhältnis mit kleineren und größeren Sorgen tatsächlich an außenstehende Vertrauenspersonen wenden. Mit der Umsetzung dieser Forderung würde man Kinder und Jugendliche, die in Einrichtungen leben, wesentlich stärken.

Außerdem würde das seit heuer geltende Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern erfüllt werden, in dem ein besonderer Schutz und Beistand für Kinder, die dauernd oder vorübergehend aus ihrem familiären Umfeld herausgelöst sind, garantiert wird.“ Für Klaus Springer, Leiter des Elisabethinums in Axams, ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ein besonderes Anliegen: „Alle Kinder haben ein Recht auf Schutz.“ Er weiß: „Damit Kinder tatsächlich geschützt sind, braucht es drei Voraussetzungen. Kinder müssen erstens altersadäquat über ihre Rechte informiert sein, Kinder müssen zweitens wissen, wie sie diese Rechte wahrnehmen können, und drittens brauchen Kinder tragfähige Beziehungen zu Menschen, denen sie in jeder Situation vertrauensvoll begegnen können.“ (tt.com

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