Hypo Alpe Adria bekommt Sonderbeauftragten

Der noch unbekannte Sonderbeauftragte wird zwar in die Organisation der Bank eingebunden sein, aber direkt an den Eigentümer Bund berichten können.

Klagenfurt - Die Republik verschärft ihre Gangart bei der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Suche nach den Ursachen für die Notverstaatlichung der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank. Auf einer in den kommenden fünf bis sieben Wochen stattfindenden außerordentlichen Hauptversammlung soll nun ein „Beauftragter“ bestellt werden, der die Aufarbeitung in der Bank überwachen und gewährleistet.

Das teilte der Chef der CSI-Hypo und Leiter der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, am Donnerstag in Wien mit. Gleichzeitig werden alle Bank-Mitarbeiter mit einer Satzungsänderung verpflichtet, an der Aufarbeitung mitzuarbeiten.

Der namentlich noch nicht bekannte Sonderbeauftragte wird zwar in die Organisation der Bank eingebunden sein, aber außerhalb des üblichen Instanzenweges an Vorstand und Aufsichtsrat vorbei direkt an den Eigentümer Bund berichten können. Weiters werde er ein Mitsprache- und Vetorecht bei der Bestellung von Bankberatern bekommen, so der CSI-Chef.

Für diese „sehr schwierige“ Aufgabe kämen in Österreich nicht sehr viele Personen in Frage, aber niemand, der schon früher für einen der Mandanten im Umfeld der Bank gearbeitet hätte. Die Republik werde nicht akzeptieren, dass mit Beratern großzügig umgegangen werde. Der von Journalisten ins Spiel gebrachte ehemalige BAWAG-Ankläger Georg Krakow wäre durchaus „interessant“, meinte Peschorn. Krakow selbst wollte heute auf APA-Anfrage dazu keine Stellungnahme abgeben.

Der Beauftragte werde vernünftiger Weise seinen Arbeitsplatz in der Bank haben. Er werde sich seine Strukturen selbst schaffen müssen. Die für die Aufarbeitung bestehenden „großen Strukturen“ würden bleiben.

Der Plan zur Aufarbeitung der Vergangenheit besteht laut Peschorn aus den fünf großen Themenbereichen Liechtenstein, Hypo Consultants, Vorzugsaktien und deren Rückführung 2009, Einstieg der Investorengruppe um Tilo Berlin und dem Verkauf an die Bayerische Landesbank (BayernLB). Das seien die Schlüsselthemen, die zum Vermögensausfall geführt hätten. Eine besondere Rolle komme dabei Liechtenstein zu, meinte Peschorn. Sehr viele der 70 eingebrachten Sachverhaltsdarstellungen führten in das Fürstentum. (APA)


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