Nigerianische Christen kündigen „Antwort“ bei Anschlägen an

Die Angriffe an den Weihnachtstagen würden als eine „Kriegserklärung“ gegen die Christen und die Einheit Nigerias betrachtete, sagte ein protestantischer Geistlicher.

Abuja – Nach der Anschlagsserie an den Weihnachtstagen hat der Präsident der Vereinigung der Christen Nigerias, Ayo Oritsejafor, im Falle erneuter Anschläge eine „angemessenen Antwort“ angekündigt.

„Die christliche Gemeinschaft auf nationaler Ebene wird keine andere Wahl haben, als auf angemessene Weise zu antworten, wenn es weitere Angriffe auf unsere Mitglieder, unsere Kirchen und unseren Besitz gibt“, sagte Oritsejafor am Mittwoch kurz vor einem Treffen mit Staatspräsident Goodluck Jonathan.

Die Angriffe an den Weihnachtstagen würden als eine „Kriegserklärung“ gegen die Christen und die Einheit Nigerias betrachtete, sagte der protestantische Geistliche. Die Reaktion der Vertreter der Muslime im Norden des Landes nannte Oritsejafor „inakzeptabel“. Der Sultan von Sokoto Muhammad Saad Abubakar, der als spirituelles Oberhaupt der Muslime in Nigeria gilt, hatte am Dienstag gesagt, es gebe keinen Konflikt zwischen Muslime und Christen, sondern nur zwischen guten und bösen Menschen.

Oritsejafor kritisierte „eine Verschlechterung der Sicherheit“ im Land und warf der Regierung vor, nicht fähig zu sein, „das Leben, die Kirchen und das Gut unserer Mitglieder“ zu schützen. Zudem warf der evangelikale Priester der Regierung vor, bisher keine der Verantwortlichen festgenommen zu haben, obwohl ihr eigenen Angaben zufolge die Täter bekannt seien.

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Präsident Jonathan sagte wenig später vor der Presse, „alles“ werde zur Überwindung der Krise getan. Zudem rief er die Bevölkerung zur Enttarnung der Täter auf. „Die Terroristen sind Menschen, keine Geister. Sie leben unter uns, essen mit uns. (...) Wenn die Nigerianer entschlossen sind, sie zu enttarnen, werden wir diese hässliche Situation überwinden“, sagte Jonathan.

In den vergangenen Tagen waren bei einer Serie von Anschlägen auf Christen dutzende Menschen getötet worden. Bei dem schwersten Anschlag zum Ende des Weihnachtsgottesdiensts nahe Abuja starben am Sonntagmorgen 35 Menschen. Zu der Anschlagsserie bekannte sich die islamistische Sekte Boko Haram, die für die Errichtung eines islamischen Staats im Norden des Landes eintritt.

Nigeria ist mit einer Bevölkerung von 160 Millionen der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Der Norden des westafrikanischen Landes ist mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im ölreichen Süden die Christen in der Mehrheit sind. Das Verhältnis zwischen den beiden Landesteilen ist seit langem angespannt und es kommt immer wieder zu Gewalt zwischen den Religionsgemeinschaften. (APA/AFP)


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