Mexikanischer Drogenboss „El Güero“ gefasst

Er soll tonnenweise Kokain und Methamphetamin in die USA und nach Europa geschmuggelt haben – jetzt wurde Luis Rodriguez Olivera alias „El Güero“ gefasst.

Mexico-Stadt – Der mexikanischen Polizei ging ein dicker Fisch ins Netz: Der berüchtigte Drogenschmuggler Luis Rodriguez Olivera alias „El Güero“ (der Blonde) wurde am Flughafen von Mexico-Stadt verhaftet, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Der 39-Jährige soll nach Angaben des Ministeriums für öffentliche Sicherheit vor allem im Auftrag des Sinaloa-Kartells zwischen 1996 und 2008 tonnenweise Kokain und Methamphetamine in die USA gebracht haben. Diese hatten eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (etwa 3,8 Millionen Euro) für seine Ergreifung ausgesetzt.

Den Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI und der mexikanischen Behörden zufolge war Rodriguez Olivera Kopf der Bande „Los Güeritos“ (Die Blondschöpfe), die eng mit dem Sinaloa-Kartell zusammenarbeitet. Laut der FBI-Webseite spielte er eine entscheidende Rolle bei der Erschließung und Pflege von Kontakten zu Drogen-Lieferanten in Kolumbien und Peru.

Sieben verscharrte Leichen gefunden

Unterdessen entdeckten die mexikanischen Behörden im nördlichen Bundesstaat Nuevo Leon sieben in illegalen Gräbern verscharrte Leichen. Sie wurden nach der Zerschlagung einer Entführerbande entdeckt, die mehrere Morde zugegeben hatten. Die Opfer waren in den Gemeinden Montemorelos und Linares, etwa 120 Kilometer nördlich von Monterrey, verscharrt worden. Die Ermittler schlossen weitere Leichenfunde nicht aus.

Im Norden Mexikos wurden dieses Jahr bereits über 50 Massengräber mit mehr als 470 Leichen entdeckt. Dabei handelte es sich vermutlich meistens um Opfer von Drogenbanden. Seit Staatschef Felipe Calderon der Drogenmafia bei seinem Amtsantritt vor fünf Jahren den Krieg erklärt hatte, wurden in Mexiko mehr als 45.000 Menschen getötet. (APA/AFP)

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