Afghanistan: Mädchen monatelang in Keller gesperrt

Eine 15-jähriges Mädchen in Afghanistan ist von der Familie ihres Ehemannes brutal misshandelt und monatelang in eine Toilette eingesperrt worden, nachdem sie sich geweigert hatte, als Prostituierte zu arbeiten. Das sagten afghanische Offizielle in Kabul am Samstag.

Die Betroffene, Sahar Gul, habe sich in kritischem Zustand befunden, als sie vergangene Woche aus einem Haus in der nordafghanischen Provinz Baghlan befreit worden sei. Die Nachbarn hatten Gul weinen und vor Schmerzen wimmern hören, so der Bericht.

Nach Angaben von Polizisten in Baghlan hätten ihre Verwandten ihr Fingernägel und Haare ausgerissen, und sie etwa fünf Monate lang in einer Toilette im Keller des Hauses eingesperrt. Sie habe dabei kaum genug zu Essen und zu Trinken erhalten.

Die Minderjährige sei sieben Monate zuvor verheiratet worden, hieß es. Nach ihrer Gefangenschaft sei ihr Gesicht über und über mit Verletzungen und Narben bedeckt. Eines ihrer Augenlider sei auch sechs Tage nach ihrer Rettung noch immer zu angeschwollen, um das Auge zu öffnen, berichteten ihre Ärzte.

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„Es handelt sich um einen der schwersten Fälle von Gewalt gegen Frauen in Afghanistan. Die Täter müssen bestraft werden, damit andere davon lernen“, sagte die afghanische Gesundheitsministerin Suraya Dalil am Samstag nach einem Besuch bei Gul zu Journalisten. Von der Polizei hieß es, die Schwiegermutter und Schwägerin der 15-Jährigen seien gefasst worden, aber ihr Ehemann und ihr Schwiegervater seien flüchtig.


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