Beschneiung hat Priorität
Ein zweiter Speicherteich am Zettersfeld zählt zu den drei wichtigsten Projekten, die der Planungsverband Lienzer Talboden an Landeshauptmann Platter herantrug.
Von Claudia Funder
Lienz – Endlich kam wenigstens ein Hauch des ersehnten Niederschlags. Vor zwei Tagen fielen im Skigebiet Zettersfeld knapp 25 Zentimeter Neuschnee. Das bedeutete auch für Bergbahnenchef Klaus Hofstätter ein vorübergehendes Aufatmen, denn das Wasser im Speicherteich Lackenboden ist so gut wie aufgebraucht. „Die Kapazität beträgt 80.000 Kubikmeter“, so Hofstätter. „Aus einem Kubikmeter Wasser können knapp zwei Kubikmeter Schnee produziert werden. Für die Herstellung von jedem Quadratmeter befahrbarer Piste ist mit ca. 3,5 bis 4,5 Euro zu rechnen.“ Rund 136.000 Kubikmeter Schnee seien, berichtet der Bergbahnenchef, in der laufenden Saison bereits erzeugt worden. Der aktuelle Neuschnee sei Gold wert, auch für die Winterstimmung. Nun warte man auf weiteren Niederschlag, um alle Teilstücke befahrbar zu machen. Mit der bisherigen Saison könne man nur bedingt zufrieden sein, man hinke aufgrund des verspäteten Starts hinten nach. „Aber ein guter Jänner und Februar können viel wieder wettmachen“, zeigt sich Hofstätter optimistisch.
Eine optimale Beschneiung, wie sie am Hochstein möglich ist, wäre auch am Zettersfeld dringend erforderlich: „Wir benötigen einen zweiten Speicherteich, etwa am Schoberköpfl.“ Der Bergbahnen-Geschäftsführer nennt als realistischen Richtwert für das Projekt inklusive Pumpstation, Leitungen und Stromversorgung rund 3,5 bis vier Mio. Euro. Einschließlich Schneekanonen und -lanzen sei mit über fünf Mio. Euro zu rechnen. Hofstätter: „Derzeit sind hier rund 100 Schnee-Erzeuger – Lanzen und Kanonen – im Einsatz, wir brauchen jedoch die doppelte Menge.“
Eine schlagkräftige Beschneiung sei, bekräftigt er, Existenzgrundlage und Lebensversicherung, wolle man konkurrenzfähig bleiben. Das Projekt soll rasch realisiert werden. Und die Finanzierung? Die Stadt sei nicht in der Lage, mitzuziehen, so Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Der Speicherteich zählt aber zu jenen drei Projekten, die vom Planungsverband Lienzer Talboden als Vorhaben mit höchster Priorität an den Landeshauptmann herangetragen wurden.“ Ebenfalls vorne mit dabei: das Schwimmbad und der Flugplatz.