Wieder blutige Attacken in syrischer Stadt Homs
Angehörige einer regimetreuen Miliz sollen am Montag in einer Bäckerei in der syrischen Protesthochburg Homs fünf Menschen erschossen haben. Neun weitere Zivilisten seien verletzt worden, als die Angehörigen der Shabiha-Miliz willkürlich um sich geschossen hätten, meldete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter unter Berufung auf Augenzeugen.
Insgesamt hätten Angehörige der Regimetruppen am Montag acht Zivilisten getötet, darunter eine 85 Jahre alte Frau und ein Mann aus Hama, der zu Tode gefoltert worden sei. Zu den Todesopfern in Homs zählten demnach zwei Angehörige der christlichen Minderheit. Die Milizen hätten die Bäckerei anschließend in Brand gesetzt. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben war wegen der Medienblockade in Syrien nicht zu erhalten.
Unterdessen wächst die Zahl der Funktionäre, die sich von Präsident Assad distanzieren. Der aus Homs stammende Parlamentsabgeordnete Emad Ghalioun erklärte in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al-Arabiya, er habe aus Protest gegen die Politik der Korruption und Unterdrückung beschlossen, sich der Opposition anzuschließen. Deshalb habe er sich nach Ägypten abgesetzt. Ein großer Teil der syrischen Opposition ist inzwischen in der Türkei versammelt, darunter der frühere politische Häftling und Menschenrechtsanwalt Haitham al-Maleh sowie etliche Führungsmitglieder der Muslimbruderschaft. Möglicherweise soll in der Türkei in den nächsten Tagen von hochrangigen Deserteuren ein syrischer „Militärrat“ gebildet werden..
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