Umbau der Volksschule in der Kritik
Die Kirchdorfer Volksschule wird modernisiert. Diskutiert wird eine Zusammenlegung mit Erpfendorf.
Von Verena Hofer
Kirchdorf –Die Aufregung in Erpfendorf ist groß. Die Volksschulkinder sollen zukünftig die Schule in Kirchdorf besuchen. Anstoß der Diskussion ist die Erweiterung bzw. der Neubau der Kirchdorfer Volksschule.
Als gesichert gilt laut Bürgermeister Ernst Schwaiger bisher, dass die Gasteiger Kinder neben dem Kindergarten nun auch die Volksschule in Kirchdorf besuchen werden – damit gehört die Kleinschule der Vergangenheit an. Nicht nur die hohen Investitionskosten, sondern auch die sinkenden Schülerzahlen lassen die Überlegung zu, dass eine Zusammenlegung der bisher drei Schulen auf eine am sinnvollsten wäre. „In den kommenden Jahren liegt die Kinderzahl in Kirchdorf bei rund 27 Schülern pro Jahr“, erklärt Schwaiger und ergänzt, dass die Teilungszahl bei 25 liegt. In Erpfendorf beginnen sechs bis acht Kinder in Zukunft die Volksschule, wobei diese in Kirchdorf aufgenommen werden könnten. Demnach würde die Schülerzahl in den einzelnen Klassen gesteigert werden.
Gerald Embacher von der gemeinsamen Liste für Erpfendorf plädiert auch weiterhin für die Eigenständigkeit der Schule für die rund 1000 Einwohner. „Wir haben ein eigenes Vereinswesen im Ort – das gesamte Vereinsleben wäre von der Schließung der Schule betroffen“, erklärt Embacher und erläutert, dass bei einer gemeinsamen Schule alle Kinder beispielsweise zur Feuerwehr in Kirchdorf gehen würden und nicht zur Erpfendorfer Wehr, da die Kinder zusammen ihre Freizeit verbringen wollen.
Die Modernisierung des jetzigen Schulgebäudes in Erpfendorf, das rund hundert Jahre alt ist, ist mit dem geplanten Neubau in Kirchdorf in weite Ferne gerückt, obwohl die Feuerwehr im letzten Jahr in das neue Vereinshaus gezogen ist und nun Platz für den geforderten Turnsaal wäre. „Einen Turnsaal wird es auch in den kommenden Jahren nicht geben“, erklärt Schwaiger und begründet dies mit den fehlenden finanziellen Mitteln.
Den Forderungen der Erpfendorfer Liste wird damit nicht nachgekommen, denn diese verlangt eine Zusage für die Modernisierung. „Seit 30 Jahren kämpfen wir für den Turnsaal und nun verlangen wir einen klaren Zeitpunkt, wann der Bau gestartet werden kann“, erklärt Embacher. Wenn es nach dem Bürgermeister geht, dann werden die Kinder auch weiterhin mit dem Schulbus zum Turnunterricht nach Kirchdorf gefahren. Auch der Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung werden nur an einer Schule stattfinden.
Die zuständige Landesrätin Beate Palfrader befürwortet die Beibehaltung der Klein- und Kleinstschulen in Tirol. „Jedoch gehören die Volksschulen in das Aufgabengebiet der Gemeinden, wo ich mich nicht einmischen kann“, erklärt Palfrader.
Im Frühjahr findet die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs statt und dabei wird erhoben, ob die jetzige Schule einen Zubau bekommt oder neu gebaut wird. Insgesamt werden acht Klassen im Umbau Platz finden.
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