Ministerrat beschloss Abschaffung der Diplomatenpässe für Ex-Politiker
Für Ex-Minister oder ehemalige Amtsträger soll es mit den Reiseprivilegien bald vorbei sein. Künftig erhalten nur noch „Oberste Organe“ und Berufsdiplomaten einen Diplomatenpass.
Wien - Der Ministerrat hat am Dienstag die Abschaffung der Diplomatenpässe für Ex-Politiker beschlossen. Damit erhalten im Wesentlichen nur noch aktive Spitzenpolitiker („Oberste Organe“) sowie Berufsdiplomaten einen Diplomatenpass, nicht aber ehemalige Regierungsmitglieder, einfache Abgeordnete, diverse Unternehmenschefs und deren Angehörige. Gegenüber den im Vorfeld kommunizierten Plänen im letzten Moment geändert wurde noch die auf drei Monate verkürzte Rückgaberist. Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hatte vor der Regierungssitzung noch von sechs Monaten gesprochen.
Spindelegger betonte, er habe sich für die Reform des Passgesetzes internationale Vergleichsmodelle angesehen und sich dann für eine „restriktive Regelung“ nach deutschem Vorbild entschieden. „Es gibt kein Privileg, sondern eine strikte, sachgerechte Regelung“, so Spindelegger. Sollten sich im parlamentarischen Prozess auch einfache Abgeordnete in die Liste der Diplomatenpass-Berechtigten hineinreklamieren, dann würde er das „zur Kenntnis nehmen“, betonte der Außenminister auf Nachfrage. Signale in diese Richtung habe er aber nicht.
Wie viele Diplomatenpässe es künftig noch geben wird, will man im Außenministerium nicht beziffern. Zwar würden nicht alle der rund 1.200 Mitarbeiter im Außenamt einen derartigen Pass besitzen, dafür aber die Familienmitglieder der im Ausland tätigen Diplomaten. Anspruchsberechtigt seien zudem auch jene Mitarbeiter an den Botschaften, die nicht direkt für das Außenministerium arbeiten - etwa die Außenwirtschaftsvertreter. Derzeit sind nach Angaben des Außenministeriums übrigens 2.500 dieser Reisedokumente im Umlauf.
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