Schultz bekommt letzte Frist
Bis 30. Jänner fordert die BH eine Stellungnahme zur vermuteten Größenüberschreitung der Skischaukel Kals-Matrei ein.
Von Catharina Oblasser
Lienz –Ist das Großglocknerresort Kals-Matrei wirklich größer geworden als die bewilligten knapp 20 Hektar? Das legt jedenfalls der Abschlussbericht der Landes-Umweltabteilung aus dem Jahr 2010 nahe. Wenn ja, muss Betreiber Heinz Schultz dann nachträglich eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) auf sich nehmen? Oder ist der Ausbau völlig korrekt und bescheidgemäß abgelaufen, wie Schultz selbst immer wieder bekräftigt hat?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Behörden seit geraumer Zeit. Mehrere Male waren Sachverständige und Juristen im Innsbrucker Landhaus und in der Bezirkshauptmannschaft Lienz am Wort, nun hofft Bezirkshauptfrau Olga Reisner auf einen baldigen Abschluss. Bis zum 15. Jänner hätte die Stellungnahme des Anwalts von Heinz Schultz in Lienz einlangen sollen, dieser bat zuletzt um eine Verlängerung der Frist. „Das habe ich gewährt, doch bis 30. Jänner will ich die Unterlagen haben, sonst entscheide ich ohne sie“, erklärt die studierte Juristin. Reisner selbst wird zusammen mit einem Fachkollegen die schwierige Entscheidung treffen.
„Es geht darum, welche Flächen auf Kalser Seite genutzt wurden, ob es entsprechende Bescheide dafür gibt oder ob manche Flächen gar nicht von einem Bescheid erfasst sind“, schildert Reisner den höchst komplizierten Sachverhalt. Eines kann sie aber schon jetzt sagen: „Aus meiner Sicht ist unbestritten, dass Flächen beansprucht wurden, die nicht im Naturschutzbescheid enthalten waren.“ Ob die Nutzung dieser Gebiete durch andere Bescheide gerechtfertigt ist, muss nach dem 30. Jänner geklärt werden. Die Behörde hat den Zillertaler Liftunternehmer auch auf die Strafbestimmungen hingewiesen.
Bis dato ist nicht nur ungewiss, ob die Skischaukel tatsächlich zu groß gebaut wurde, sondern auch, welche Konsequenzen das hätte. Ob es eine UVP auch im Nachhinein geben kann, kann zurzeit niemand sagen. Ein Rückbau des Skigebiets ist in der Praxis ebenfalls kaum machbar.
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