Abstimmung über Eishalle stellte VP vor Zerreißprobe
Die Telfer Volkspartei schrammte vergangene Woche an einem Debakel vorbei. Noch während der Sitzung gab es keine Mehrheit für die Halle.
Von Nikolaus Paumgartten
Telfs –Mit 13 zu sieben Stimmen bei einer Enthaltung fiel das Ja des Telfer Gemeinderates zur ganzjährig betriebenen Eishalle (Ice Art Arena) am vergangenen Donnerstag deutlicher als von vielen ursprünglich erwartet aus. Tatsächlich stand der Beschluss bis zuletzt auf der Kippe. Denn ausgerechnet in der sieben Mandate starken Telfer Volkspartei, deren Chef, Vizebürgermeister Christoph Stock, sich massiv für das Vorhaben eingesetzt hatte, sollen sich bis Sitzungsbeginn lediglich zwei Gemeinderäte klar als Befürworter der Halle deklariert haben.
Wie es aus dem VP-Umfeld heißt, soll Vize-BM Stock noch vor der Gemeinderatssitzung in einer eilig einberufenen Fraktionsbesprechung um die Zustimmung seiner Parteifreunde gerungen haben. Dabei habe er einmal mehr angekündigt, bei einem mehrheitlichen Nein seiner Fraktion die Vertrauensfrage stellen und schließlich seine Ämter zurücklegen zu wollen. Doch selbst die Rücktrittsdrohung Stocks stimmte die VP-Gemeinderäte zunächst nicht um, die Gemeinderatssitzung begann mit einer zerrissenen VP-Fraktion, die gewillt war, die Ice Art Arena mehrheitlich abzulehnen. Damit hätte die Halle auch im Gemeinderat keine Mehrheit mehr gehabt.
Stock selbst hatte sich wegen einer möglichen Befangenheit als leitender Angestellter des Tourismusverbandes dazu entschlossen, im Publikum Platz zu nehmen und sich vertreten zu lassen.
Während der Sitzung ging das Ringen innerhalb der VP weiter. SMS wurden die Runde geschickt und Gemeindevorstand Florian Stöfelz beantragte vor der Abstimmung schließlich eine Sitzungsunterbrechung. In einer Blitzbesprechung der VP-Fraktion einigten sich die bis dato deklarierten Gegner des Hallen-Projektes schließlich darauf, zum Teil entgegen ihrer persönlichen Überzeugung bei der Abstimmung doch für die Ice Art Arena ihre Hand zu heben. Lediglich Gemeindevorstand Herbert Klieber blieb bei seiner Ablehnung. Letztendlich hatte die Ansage Stocks, seine Funktionen an die Zustimmung der Fraktion zu knüpfen, gefruchtet.
Die Stimmung in der Telfer Volkspartei ist nach den Ereignissen der vergangenen Woche entsprechend angespannt, wie Insider verraten. Inzwischen steht die Forderung nach einer Klausur im Raum, bei der die weitere Arbeit und vor allem die Zukunft der Telfer VP diskutiert werden soll. Denn schon vor der Eishallen-Abstimmung gab es parteiintern häufiger Misstöne. Man hebe sich zu wenig von den anderen Parteien ab, zeige kein Profil, biete Bürgermeister Christian Härting und dessen Liste zu wenig die Stirn, wie zuletzt etwa bei der Erstellung des Budgets 2012. Man laufe damit vor allem Gefahr, in künftigen Wahlauseinandersetzungen unterzugehen. Bei einer Klausur wollen die Unzufriedenen in der Partei Antworten. Etwa auch, wer die Liste in die nächste Gemeinderatswahl führen soll. Stock selbst habe, so heißt es, bisher wenig Ambitionen gezeigt, selbst um das höchste Amt in der Gemeinde rittern zu wollen. Zumindest habe er, so die parteiinternen Kritiker, die entsprechend dringend notwendigen Schritte zur Profilierung noch nicht gesetzt.
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