Gesellschaft

Bosnische Staatsanwaltschaft stellte Ermittlungen gegen Divjak ein

Gegen den pensionierten General war wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen ermittelt worden.

Sarajevo - Die bosnische Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Ermittlungen gegen den pensionierten General Jovan Divjak und weitere 13 Personen - darunter das Mitglied des bosnischen Kriegspräsidiums Ejup Ganic - wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Sarajevo eingestellt. Die Entscheidung sei auf Basis der Aussagen von 352 Zeugen und aufgrund von 412 Sachbeweisen gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Den Verdächtigten war ein Angriff auf abziehende jugoslawische Streitkräfte im Mai 1992 in Sarajevo angelastet worden. Nach Angaben der bosnischen Staatsanwaltschaft wurden damals sieben Personen getötet und 14 verletzt, nachdem sie bereits „kampfunfähig“ gewesen seien. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, um die Verantwortlichen festzustellen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

In Serbien wurden über die Vorfälle in Sarajevo ebenfalls Ermittlungen geführt und Anklagen gegen 17 Personen erhoben, unter ihnen Divjak und Ganic. General Divjak war im März 2011 auf Basis eines serbischen Haftbefehls in Wien festgenommen worden, kam jedoch Ende Juli wieder frei. Ein Jahr zuvor war auf dem Londoner Flughafen Heathrow auch Ganic auf demselben Grund verhaftet worden. Auch er wurde später auf freien Fuß gesetzt.

Die serbische Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen würde ihre Ermittlungen nicht einstellen, berichtete der Belgrader Sender B-92. Nach Angaben der serbischen Staatsanwaltschaft wurden in der einstigen Dobrovoljacka Straße in Sarajevo 42 Personen getötet, zehn Offiziere, 28 Soldaten und vier Zivilisten. (APA)