Kasachstan zu Iran: Atomare Option keine Option
Die Führung Kasachstans hat kein Verständnis für die atomaren Ambitionen des Iran. „Wir ermutigten die Iraner zur Abrüstung“, erklärte der kasachische Außenminister Kasychanow am Wahlwochenende. „Die nukleare Option ist keine Option.“ Mit der EU strebe Kasachstan eine erweiterte strategische Partnerschaft an, sagte der Minister. Er signalisierte Entgegenkommen bei der Energieversorgung.
Zum aktuellen Konflikt des Westens mit dem Iran - beide Staaten sind Anrainer des Kaspischen Meeres - um dessen Atomwaffenprojekte meinte Kasychanow: „Wir glauben nicht, dass militärische Optionen eine gute Lösung sind.“ Kasachstan ziehe diplomatische Lösungen vor. Der Minister, der vor der Übernahme des Außenamtes als Botschafter seines Landes in Österreich tätig war, erinnerte daran, dass Kasachstan in Sachen Abrüstung „mit gutem Beispiel vorangegangen“ sei. Nach der Unabhängigkeit vor 20 Jahren schloss die Ex-Sowjetrepublik das Atomtestgelände Semipalatinsk.
Dem inzwischen ausgelaufenen Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union will Kasachstan ein umfassenderes Vertragswerk folgen lassen. Nach den Worten Kasychanow solle es auch politische und humanitäre Agenden umfassen.
Kasychanow hob die wirtschaftliche Bedeutung der Eurasischen Union für Kasachstan hervor, der auch Russland und Weißrussland angehören. Mit Russland bestehe eine 7.500 Kilometer lange Grenze, Kasachstan habe keinen Zugang zum Meer. „Die Zollunion mit Russland ist für den Zugang zu den Weltmärkten sehr wichtig.“ Durch den gemeinsamen Wirtschaftsraum werde eine riesige Bevölkerung erfasst. Kasachstan wolle zu einem Industriestaat werden und Investoren ermutigen.
Der Nachbar Afghanistan bleibe für Kasachstan ein Anliegen, betonte der Minister. Zur Lage nach dem US-Truppenabzug unterstrich er: „Nun liegt größere Verantwortung bei den Regierungen der regionalen Staaten.“
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