Standort Tirol

Auch Tirol könnte Triple-A-Rating verlieren

Nach der Herabstufung von Österreich durch die Ratingagentur Standard & Poor‘s werden nun auch die Ratings der Bundesländer überprüft. Unter anderen auch das Rating von Tirol. Eine Herabstufung könnte innerhalb der nächsten vier Wochen geschehen, teilte S&P mit.

Wien - Mit der jüngst erfolgten Herabstufung von Österreich und weiteren neun Euroländern durch die US-Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) stehen nun automatisch auch die Ratings der Bundesländer und dem Staat nahestehender Organisationen und der Banken und Versicherungen auf dem Prüfstein. Eine Herabstufung von regionalen Emittenten als Folge der Herabstufung des Souveräns könnte innerhalb der nächsten vier Wochen geschehen, teilte S&P am Dienstag mit.

Wien, Niederösterreich, Tirol und Oberösterreich wurden zuletzt von S&P mit Triple-A bewertet, die Steiermark und das Burgenland mit AA+.

Das Rating von lokalen und regionalen Regierungen werde generell mit dem Rating ihres Souveräns begrenzt, kündigte S&P an. 35 solcher lokalen und regionalen Regierungen, deren Ausblick am 7. Dezember auf Creditwatch mit negativen Implikationen gesetzt worden seien, werden nun überprüft. Die Abstufung dürfte auf jene begrenzt bleiben, die bereits einen negativen Ausblick haben, so S&P. Andere dürften mit einem negativen Ausblick versehen werden.

Diese Entscheidungen würden von der üblichen Praxis geleitet werden, welche direkte oder indirekte Verbindungen zwischen der Kreditqualität von Staaten und Einheiten oder Unternehmen identifiziert, wie lokalen und regionalen Regierungen, Banken oder Versicherer und anderen Emittenten, deren Kreditqualität vom Staat abhängig sei, erläuterte die Ratingagentur.

Staatsnahe Unternehmen werden von S&P genau so bewertet, wie der Staat selbst, wenn davon auszugehen ist, dass sie im Notfall mit hoher Wahrscheinlichkeit Unterstützung vom Staat erhalten werden. Davon sind 26 staatliche Einheiten betroffen. Weitere 27 staatsnahe und nicht staatsnahe Einheiten sind seit 7. und 8. Dezember auf „Creditwatch“ mit negativem Ausblick, der größte Teil davon Infrastrukturunternehmen wie die Asfinag oder ÖBB. Auch ihr Rating wird auf Staatsniveau gekappt. In Ausnahmefällen könnten sie auch höher geratet werden. (APA)