Schröcksnadel droht mit Steuerparadies Monaco
Den Sportler-Erlass vulgo Skifahrer-Paragraf erachtet ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel als gerechtfertigt. Eine Vereinfachung, wie er meint.
Von Florian Madl
Innsbruck –Es kommt nicht von ungefähr, dass der Sportler-Erlass umgangssprachlich immer noch als Skifahrer-Paragraf tituliert wird. Ursprünglich fielen nämlich nur Alpinsportler mit einer Mehrheit an Auslandsveranstaltungen unter diese Regelung, die Preisgeld und Werbeeinnahmen mit einem pauschalen Steuersatz versah.
Der „fiskalische Ski-Chauvinismus“, wie es hieß, wurde aufgelockert: nicht zuletzt aufgrund einer Rechnungshof-Kritik (1997), die zu einer Anhebung des Steuersatzes von 25 auf 33 Prozent führte und zusätzlich zu einer Ausweitung auf alle Sportarten. Den neuerlichen Vorstoß, ein Streichung, kann sich Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel nicht vorstellen. Der würde das Einkommenssystem der Skisportler wohl in den Grundfesten erschüttern, der 70-Jährige versteht die Beweggründe nicht:
„Dabei geht es doch um eine reine Pauschalierung! Die meisten zahlen ihre Quellensteuer im Ausland, das Steueraufkommen erfolgt also international. Und in Summe zahlt der Sportler gleich viel.“ Der Sportler-Erlass sei lediglich „eine Vereinfachung“ und in keinem Fall ein Privileg, wie Kritiker monieren. Von 70 Saisonrennen seien vielleicht zehn im Inland, über den Daumen gepeilt hielten sich Skisportler also neun Monate im Ausland auf. Allein das würde das Modell rechtfertigen.
In der Diskussion sieht der Innsbrucker den Faktor Werbung unberücksichtigt: „Skifahren trägt zur nationalen Identität bei. Wenn wir allerdings wollen, dass unsere Sportler künftig in Monte Carlo leben, dann soll man das machen.“ Keine neue Platte übrigens – dem Innsbrucker stieß schon im Oktober die Partnerschaft des Ötztaler Tourismusverbands mit dem amerikanischen Ski-Team auf. Aus rotweißroter Sicht könne er das nicht gutheißen, hieß es damals.
Doch der Sportler-Erlass umfasst nicht nur die Einnahmen aus Preisgeldern, sondern auch die Sponsoreinnahmen: „Auch das gleicht sich über das Jahr gesehen aus“, hält Schröcksnadel fest und kommt zu seinem Abwanderungsmodell Monte Carlo zurück: „Wenn die Sportler künftig dort ihren Wohnsitz haben, sieht der österreichische Staat überhaupt kein Geld.“
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