Standort Tirol

„30.000 Lkw dürften auf die Straße zurückkehren“

Trotz Einbußen zieht Ökombi-Chef Franz Dirnbauer eine positive Bilanz: Verlagerungsleistung betrug 2011 rund 38,5 Millionen Kilometer (+2,5 %).

Von Peter Nindler

Innsbruck –Erstmals seit 2005 musste die Rollende Landstraße Einbußen auf der Brennerachse verzeichnen. Um 25.566 Lkw weniger (-10,4 Prozent) wurden im Vorjahr befördert. Österreichweit verzeichnete die Betreibergesellschaft Ökombi einen Rückgang von 6,8 Prozent. Und für heuer sieht der Ausblick ebenfalls nicht nach Wachstum aus. Schließlich hat der Europäische Gerichtshof das sektorale Lkw-Fahrverbot aufgehoben, zum anderen trübt sich die Wirtschaft ein. Mit dem Vorjahrsergebnis ist Ökombi-Chef Franz Dirnbauer dennoch zufrieden. „Wir bilanzieren wirtschaftlich positiv, außerdem konnten wir die Verlagerungsleistung auf 38,5 Millionen Kilometer steigern.“ Die Auslastung betrug 81,7 %, rund neun Millionen Tonnen wurden befördert.

Als Gründe für das Minus führt Dirnbauer eine witterungsbedingte Behinderung der Bahnstrecke Ende September, die Sperre der Lkw-Kontrollstelle Kundl sowie häufigere Bahnstreiks in Italien und die allgemeine Wirtschaftsentwicklung ins Treffen. „Im dritten und vierten Quartal haben wir das Abflauen der Wirtschaft gespürt. Und wenn die Kontrollstelle zu ist, merken wir das ebenfalls.“ Vor allem auf der Strecke Wörgl – Brenner war das Minus mit 44.284 (-24,9 %) am größten.

Für heuer erwartet Dirnbauer wieder einen Rückgang von zehn Prozent. Das Aus für das sektorale Lkw-Fahrverbot wirke sich sicher aus, wenngleich Dirnbauer hofft, dass zumindest die Hälfte der durch das Fahrverbot auf die RoLa verlagerten Lkw diese weiterhin benützt. „30.000 Lkw werden jedoch auf die Straße zurückkehren.“ Seit Aufhebung des Fahrverbots schlägt ein Minus von zehn Prozent zu Buche. Für die Verlagerung sei die RoLa aber nach wie vor unverzichtbar, weil 80 Prozent der Lkw keine Sattelaufleger haben, die für den unbegleiteten Kombiverkehr geeignet sind. Keine Sorgen bereitet dem Ökombi-Chef die Totalsperre der Bennerbahn wegen Sanierungsarbeiten ab August für fünf Wochen. Hier gebe es ohnehin ein geringeres Aufkommen.

Mit besonderen Förderaktionen (Mengen- und Steigerungsrabatt) möchte die Ökombi noch stärker als bisher für den Umstieg auf die RoLa werben. „Die RoLa ist schließlich ein wichtiger Faktor im Modalsplitt zwischen Straße und Schiene auf der Brennerachse. Der Marktanteil der RoLa am Brennertransit lag 2011 bei 12 Prozent“, betont Franz Dirnbauer abschließend.