Ein Wohn(t)raum unterm Dach
Der Extremsportler Axel Naglich und seine Frau Katharina haben am Sonnberg (Kitzbühel) ihre Vorstellungen von Wohnen umgesetzt.
Von Peter Hörhager
Kitzbühel –Wenn heute Klaus Kröll, Didier Cuche und Co. die Kitzbühler Streif hinunterbrettern, dann darf auch Axel Naglich nicht fehlen. Er ist ja Rennleiterstellvertreter. Er kennt die Streif wie seine Westentasche und ist sie – als Vorläufer – auch schon im Renntempo hinuntergeschossen. Sie ist – visuell – immer da. Das Architekturbüro, das er gemeinsam mit seinem Freund Roland Dötlinger betreibt, liegt am Rande der spektakulären Rennstrecke und seine Wohnung liegt am gegenüberliegenden Sonnberg, also mit direktem Blick auf den Hahnenkamm.
Die Kitzbühler Abfahrt zählt zwar zu den schwierigsten ihrer Art, sie ist jedoch ein Honiglecken gegen jene, die der Extremsportler Naglich gemeinsam mit Peter Ressmann im Jahre 2007 bewältigt hat: die Erstbefahrung des Mount St. Elias in Alaska, und zwar vom 5489 Meter hohen Gipfel bis zur Icy Bay auf Meeresspiegelniveau (der sensationelle Film über dieses einzigartige Abenteuer lief im Dezember in ORF I).
Und wie wohnt er, der immer nach neuen Abenteuern Suchende? „Modern, individuell und auf das Wesentliche reduziert.“ So definiert er nämlich selbst seinen Wohnstil. Dass der Naglich‘sche Wohnraum Stil hat, ist nicht weiter verwunderlich. Er ist Architekt, seine Frau Katharina Innenarchitektin. Wobei auch das Projekt Wohnraum ein Abenteuer war. Das Paar hat nämlich im Jahre 2009 den großen Dachraum im Elternhaus von Katharina umgebaut und dabei nicht nur geplant, sondern auch selbst Hand angelegt.
Die Außenhaut des stattlichen Hauses am Sonnberg, das 1928 gebaut und in den 70er-Jahren von Katharinas Eltern erworben wurde, blieb fast unberührt. „Wir wollten den architektonischen Charakter des Hauses erhalten“, erklärt Axel Naglich. Lediglich das Fenster an der südlichen Stirnseite wurde vergrößert und gibt einen traumhaften Blick auf Kitz und die Streif frei. Die weitere Belichtung der 100-Quadratmeter-Wohnung (zusätzliche 35 Quadratmeter misst die Galerie) erfolgt über zehn Dachflächenfenster. An den großen Wohnraum docken das großzügig angelegte Bad und der Schlafraum an. Der Sicht-Dachstuhl verleiht den Räumen die besondere Atmosphäre. „Man soll erkennen, dass man sich in einem alten Haus befindet“, betont der Hausherr.
Apropos Planung: Obwohl zwei Individualisten am Werk waren, gab es bei der Raumplanung – Axel Naglich wörtlich – „absolute Übereinstimmung“. Beide hatten unabhängig voneinander ihre Vorstellungen zu Papier gebracht und waren zum selben Ergebnis gekommen. Resümee: „Jetzt wohnen wir so, wie wir uns Wohnen vorstellen.“
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