Weltpolitik

Sloweniens Präsident Türk will Bankmanager als Regierungschef

Nach Griechenland und Italien könnte auch Slowenien bald von einem Finanzexperten geführt werden. Geht es nach Staatspräsident Danilo Türk, soll der Banker Marko Voljc das Ruder in der Regierung übernehmen.

Ljubljana - Überraschende Wende im slowenischen Regierungspoker: Staatspräsident Danilo Türk hat am Mittwoch den parteiunabhängigen Bankmanager Marko Voljc (62) als neuen Regierungschef vorgeschlagen. Türk reagierte damit auf das politische Patt zwischen Links- und Rechtsparteien im Parlament. Der frühere Weltbank-Manager Voljc ist derzeit Osteuropa-Chef der belgischen Bankengruppe KBC.

Türk berichtete in einer Pressekonferenz, dass in den jüngsten Konsultationen mit den Parlamentsparteien von mehreren Seiten der Wunsch nach einem Alternativkandidaten geäußert worden sei. Er habe daher Kontakt mit Voljc aufgenommen, dem er zutraue, die wirtschaftlichen Probleme Sloweniens zu lösen. In einer weiteren Beratungsrunde habe er den Parlamentsparteien am heutigen Mittwoch seinen Vorschlag unterbreitet. „Die Parteien werden darüber nachdenken, und dann werden wir sehen, wie wir weitermachen.“

Warten auf Reaktion der Parteien

Türk sagte, dass er innerhalb einer Woche die Antwort der sieben Parteien auf seinen Vorschlag erwarte. Erst danach will er Voljc formell als Regierungschef designieren. Er wünsche sich eine Regierung, die eine breite politische Unterstützung habe. Die zweite Wahlrunde findet am 28. Jänner statt. In der ersten Runde am vergangenen Mittwoch war der linksgerichtete Wahlsieger Zoran Jankovic am parlamentarischen Zustimmungsvotum gescheitert. (APA)