Wintersport

Zwei Spaßvögel, ein Bett und das Dschungel-Camp

Seit zweieinhalb Jahren teilen sich die Tiroler Speed-Größen Romed Baumann und Mario Scheiber ein Zimmer. Und haben ihre Hetz dabei.

Von Max Ischia

Kitzbühel –Das Griss um die „Macht“ ist keines. Romed Baumann ist es, der gewöhnlich das Zepter namens Fernbedienung in seinen Händen hält. „Weil dem Scheibsl eh wurscht ist, was wir schauen.“ Im selben Moment kommt der Scheibsl, also Mario Scheiber, die Zimmertür herein, lässt sich ins Bett plumpsen und schnappt sich wie zum Trotz die Fernbedienung. Statt eines Wissenschaftsbeitrages auf n-tv läuft nun die Kindersendung OkiDoki. Auch egal, denn hinschauen tut eh keiner.

Einziger telegener Fixtermin in diesen Tagen scheint das Dschungel-Camp auf RTL zu sein. „Das ist so dämlich, dass man fast nicht daran vorbeikommt“, versichern die beiden, deren Wohlfühlambiente am besten mit geordnetem Chaos zu umschreiben ist.

Scheiber hat sich im rechten Teil des Zimmers im Österreicher-Quartier Kitzhof ausgebreitet. Weil hier kein Kleiderkasten angesiedelt ist, müssen eben Sessel, Schreibtisch und Heizung als Ablageflächen herhalten. Der Rest scheint in Tasche und Rucksack gut aufgehoben zu sein. Auch Baumann ist noch nicht so richtig zum Auspacken gekommen und hängt seine Rennanzüge erst nach Bitte des TT-Fotografen in den Kasten.

Das Packerl Schmerzmittel in der Schreibtischlade ist nicht das einzige Indiz für Scheibers Betthälfte. Der Osttiroler schläft stets auf der Fensterseite, „weil ich auf Frischluft steh und nicht so ein Weichei bin wie der da“. Der da lässt die Breitseite unkommentiert und zuckt vielsagend die Achseln. Baumann ist vielmehr vertieft in seinen Laptop. „Ich muss der Anti-Doping-Behörde noch angeben, dass ich heute Abend zum Stanglwirt fahre“, sagt er und gewährt einen Blick auf seinen Timer. Tag für Tag müssen die Athleten ihre Aufenthalte bekannt geben. Eine Stunde am Tag müssen sie verbrieft für die Doping-Prüfer anzutreffen sein. „Bei mir ist das immer zwischen sieben und acht Uhr morgens.“ Wann er die letzte Prüfung gehabt habe? „Vor der Abreise zu den US-Rennen.“