Breivik-Anschläge kosten Geheimdienstchefin das Amt
Janne Kristiansen hatte bei einer Anhörung über die Anschläge möglicherweise geheime Informationen weitergegeben.
Oslo - Die norwegische Geheimdienstchefin Janne Kristiansen ist im Gefolge der Terroranschläge mit 77 Toten im Juli vergangenen Jahres zurückgetreten. Die 59-Jährige reichte in der Nacht zum Donnerstag in Oslo ihren Rücktritt ein. Sie hatte bei einer Anhörung über die Anschläge möglicherweise geheime Informationen weitergegeben. Nach Angaben norwegischer Medien hatte Kristiansen bei der Anhörung am Mittwoch suggeriert, dass der norwegische Militärgeheimdienst in Pakistan über Agenten verfügt.
Kristiansen war schon kurz nach dem Massaker auf der Insel Utoeya und dem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel in die Kritik geraten. Ihr wurde vorgeworfen, dass ihr Polizeigeheimdienst PST Informationen über Einkäufe des rechtsradikalen Islamhasser Anders Behring Breivik in Polen zur Herstellung von Sprengstoff übersehen hatte.
Wenige Stunden zuvor hatten die Anwälte des inhaftierten Attentäters Widerspruch gegen eine zweite rechtspsychiatrische Untersuchung zu seiner Zurechnungsfähigkeit angekündigt. Breivik ist bei einer ersten Untersuchung als nicht zurechnungsfähig eingestuft worden.
Behring Breivik hatte zunächst im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss der rechtsextremistische Attentäter in einem Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer. Im November erklärten zwei vom Gericht beauftragte Gutachter Behring Breivik wegen „paranoider Schizophrenie“ für unzurechnungsfähig. (APA/dpa/AFP)
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