Mieten ohne Beihilfen nicht leistbar

Rund 3,7 Millionen Euro wurden von der Stadt Innsbruck im vergangenen Jahr für Mietzinsbeihilfe ausgegeben.

Von Miriam Hotter

Innsbruck –Die Kosten für Mietwohnungen in Innsbruck drücken immer mehr auf die Geldbörse der Mieter. Das lässt sich aus den steigenden Anträgen für Mietzinsbeihilfe schließen. 7315 Innsbrucker haben im Jahr 2011 Mietzinsbeihilfe erhalten. Das sind 7,5 Mal so viele wie in anderen Gemeinden Tirols.

„Der Innsbrucker Wohnungsimmobilienmarkt bewegt sich hinsichtlich der Preise am obersten Limit in Österreich“, erklärt Wohnbaustadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter. Nur die Preise in Kitzbühel oder im 1. Bezirk in Wien seien mit den Mieten in Innsbruck vergleichbar. Viele Innsbrucker können sich die hohen Mietkosten kaum noch leisten, erste Anlaufstelle sei die Mietzinsbeihilfe. „In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Antragsteller verdoppelt“, verdeutlicht Pokorny-Reitter den Ansturm auf die Mietzinsbeihilfe und gibt an, dass die Stadt im vergangenen Jahr rund 3,7 Millionen Euro an Mietzins- und Annuitätenbeihilfe ausbezahlt hat.

Als Grund dafür nennt die Stadträtin die extrem hohen Mietpreise, die im vergangenen Jahr auf 11,15 Euro/m² gestiegen sind. Das bedeutet, dass Mieter für eine kleine Zweizimmerwohnung zwischen 650 und 800 Euro zahlen müssen. Daher ist die steigende Nachfrage für städtische oder gemeinnützige Wohnungen nur allzu verständlich. 2216 Familien oder Alleinstehende sind derzeit für eine Wohnung der Stadt Innsbruck vorgemerkt. „Dabei sind die Wohnungen im Neuen Olympischen Dorf in der Reichenau bereits vergeben“, so Marie-Luise Pokorny-Reitter.

Über einen kleinen Erfolg darf sich die Stadträtin aber freuen. Seit Beginn dieses Jahres gibt es neue Richtlinien bei der Gewährung der Mietzins- und Annuitätenbeihilfe: Diese betreffen im Wesentlichen die Ermittlung des anrechenbaren Wohnungsaufwandes, der von 3 auf 3,50 Euro bzw. von 4 auf 5 Euro pro m² förderbare Nutzfläche angehoben wurde.

Trotz dieser positiven Änderung will die Innsbrucker Stadträtin in der Wohnbauoffensive weiter fortschreiten, damit Menschen gut und vor allem leistbar wohnen können. Weitere 2000 Wohnungen sollten von Seiten der IIG (Innsbrucker Immobiliengesellschaft) und der gemeinnützigen Wohnbauträger in den nächsten Jahren geschaffen werden. Doch das allein reiche nicht. „Ich fordere eine jährliche Anpassung der Mietzinsbeihilfe an die aktuellen Mietkosten“, so Pokorny-Reitter.

Außerdem setze sich die Stadträtin dafür ein, dass zumindest die nicht beeinflussbaren Betriebskosten in die Berechnung der Mietzinsbeihilfe miteinbezogen werden.