Landespolitik

Harter Schlagabtausch um Kölls Einnahmen

Von Catharina Oblasser...

Von Catharina Oblasser

Lienz –Ein Multifunktionär, der ohnedies viel verdient, aber trotzdem noch zusätzliches Geld auf Kosten der Allgemeinheit einstreift – so stellen die Tiroler Grünen den VP-Landtagsmandatar, Bürgermeister, ÖAAB-Chef und Inhaber anderer Ämter, Andreas Köll, dar. Der wiederum bezeichnet die Vorwürfe als haltlos, alle Vorgänge rund um seine finanziellen Abgeltungen als absolut gesetzeskonform und die Taktik der Grünen als Verwirrspiel unter dem Schutzmantel der ­Immunität.

Konkret geht es den Grünen um die Aufwandsentschädigung, die Köll als Obmann des Osttiroler Spitals-Gemeindeverbandes erhält. Bei einer Pressekonferenz in ­Lienz fuhren LA Gebi Mair und Grünen-Sprecher Sepp Brugger mit schweren Geschützen auf: „Als Bürgermeister und Landtagsabgeordneter erhält Köll zwei öffentliche Bezüge. Aber er kassiert noch zusätzlich unerlaubt ein drittes Mal, und zwar an die 2000 Euro monatlich als Verbands­obmann“, behauptet Mair. Anspruch habe Köll nämlich bloß auf 342,59 Euro, weil er bereits zwei Einkünfte aus seinen anderen öffentlichen Ämtern erziele. Das besagt das Gesetz. Noch dazu habe der Matreier Ortschef diese Einnahme vor dem Unvereinbarkeitsausschuss des Landtags nicht angegeben.

Andreas Köll widerspricht vehement. Der Politiker habe ausdrücklich auf die Aufwandsentschädigung als Obmann verzichtet, heißt es in der Stellungnahme, die von Kölls Anwalt kommt. Der Spitalsverband zahle an seinen Obmann nur die erlaubte Summe von 342,59 Euro, die restliche Summe werde einem guten Zweck gespendet. „Die Geschichte mit dem Unvereinbarkeitsausschuss ist bloß ein Verwirrspiel der Grünen. Die Bezüge sind nicht dem Ausschuss zu melden, sondern dem Landtagspräsidenten“, fügt Köll hinzu.

Rückendeckung bekommt der Obmann von der Lienzer BM Elisabeth Blanik (SP). Sie zeichnet als Kölls Stellvertreterin im Osttiroler Spitalsverband die Überweisung jener 342,59 Euro ab. „Es ist nur diese Summe und nicht mehr“, sagt sie auf Anfrage der TT.

Der Gagenstreit ist Thema einer Grünen-Anfrage im nächsten Landtag. Mair will ihn auch im Unvereinbarkeitsausschuss besprechen.