Pfarre verweigert ihrer Ex-Ministrantin Taufe

Von Brigitte Warenski...

Von Brigitte Warenski

Hall, Mils –Marion Steiger aus Mils ist enttäuscht. Sie wollte ihren Sohn Emil in der Kirche St. Franziskus in Hall-Schönegg taufen lassen, doch Pfarrkuratorin Gudrun Guerrini ließ die Kindergartenpädagogin abblitzen. „Ich verstehe das nicht. Heiraten darf man überall, wenn es um einen kleinen Buben geht, der getauft werden soll, darf man plötzlich nicht mehr frei wählen. Ich habe mir gedacht, ein Gotteshaus ist immer für alle seine Mitglieder offen“, erzählt Steiger. Dass sie Emil nicht in ihrer Heimatgemeinde Mils taufen lassen wollte, habe mehrere Gründe. „Ich habe bis 2007 in Schönegg gewohnt und bin St. Franziskus sehr verbunden, weil ich dort Erstkommunion gefeiert und jahrelang ministriert habe und Gruppenführerin der Jungschar war. Zudem hat die Kirche eine kleine Kapelle, die uns sehr gefällt“, so Steiger. Dass Guerrini am Telefon „sehr abweisend gewesen ist und gesagt hat, der Aufwand, die Kapelle aufzusperren und zu schmücken, sei zu groß“, kann sie nicht verstehen. „Wir haben angeboten, uns um alles zu kümmern und uns auch für die Taufe erkenntlich zu zeigen.“

Generalvikar Jakob Bürgler „tut es leid, dass die Kommunikation nicht geglückt ist. Von der emotionalen Seite her gesehen ist da wohl viel danebengegangen“. In Taufangelegenheiten komme es laut Bürgler „immer wieder zu Konfliktsituationen, weil uns das Inhaltliche sehr wichtig ist“. Grundsätzlich bestehe man nämlich darauf, „dass Kinder dort getauft werden, wo sie wohnen, weil es um die Eingliederung in die Pfarrgemeinde geht“. Dass die Heimatpfarre die Taufpfarre ist, sei auch kirchenrechtlich geregelt. „Ausnahmen sind nur vorgesehen, wenn der Pfarrer der Heimatgemeinde die Erlaubnis gibt und man auch eine gute Begründung für den Alternativwunsch liefert.“ Für Marion Steiger und ihre Familie gab es dennoch ein Happy End: Emil wurde vergangene Woche in der Kirche des Klosters St. Martin in Gnadenwald getauft. „Das haben wir Schwester Maria Regina zu verdanken, die uns sofort zugesagt hat.“