Vom OP-Saal ging‘s auf die Skipiste

Bergretter zeigten am Kellerjoch russischen Ärzten die Arbeit im alpinen Gelände. Für die Russen war es eine völlig neue Erfahrung.

Schwaz –Es klingt skurril, ist es auch ein bisschen: Sieben russische Ärzte kamen vergangene Woche nach Schwaz, um sich von Bergrettern schulen zu lassen. Die Auszubildenden sind beispielsweise in Krankenhäusern in leitenden Funktionen tätig, sie sollen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi die notärztliche Versorgung organisieren. „Sie kamen mit wenig Erfahrung im Skifahren und in der Bergetechnik“, erzählt der Obmann der Schwazer Bergrettung, Fred Wallenta. Am Kellerjoch lernten sie, sich auf steilen Skipisten mit Steigeisen zu bewegen.

Fünf Bergretter und Fachreferenten unterrichteten die Ärzte im Versorgen von gestürzten Rennläufern, deren Lagerung und im Einpacken des Patienten in den Bergesack. Es stand auch ein Hubschrauber des ÖAMTC zur Verfügung. Für den mussten sie einen geeigneten Landeplatz suchen und den Heli dann einweisen. Dass die Russen gerade in Schwaz ausgebildet wurden, kam kurzfristig durch einen Zufall zustande. „Es war für uns schon eine Herausforderung, vor allem auch wegen der Sprache“, sagt Wallenta. 60 Seiten Schulungsunterlagen wurden auf Englisch erstellt. „Die haben uns regelrecht ein Loch in den Bauch gefragt und waren total wissbegierig“, erzählt der Bergretter.

Die Teilnehmer mussten eine Prüfung ablegen und bekamen am Ende alle ein Zertifikat. Die Schwazer sind mit ihren Schülern noch in Kontakt. Wallenta: „Es kann sein, dass sie nochmal kommen. Oder aber wir müssen hinfahren, das wurde von russischer Seite angedacht. Es ist aber noch nichts fixiert.“ (TT, saku)