Deutsche Touristen offenbar nach Eritrea verschleppt
Nach dem Überfall auf eine Touristengruppe in der so genannten Danakil-Senke in Äthiopien glauben die Behörden, dass die entführten Deutschen nach Eritrea verschleppt worden sind. Auch in Pakistan sollen ein Deutscher und ein Italiener verschleppt worden sein.
Addis Abeba – Jene beiden Deutschen, die bei einem Überfall in der Danakil-Senke von den Räubern verschleppt wurden, sollen laut Behördenangaben nach Eritrea verschleppt worden sein.
Die Behörden in Afar sandten Stammesälteste aus, um sich um die Freilassung der vier Entführungsopfer zu bemühen. „Die Region tut alles, um sie freizubekommen“, sagte der Präsident von Afar, Ismael Ali Sero, dem staatlichen äthiopischen Fernsehen. Nach Angaben des äthiopischen Außenministeriums waren die Urlauber von einer schwer bewaffneten Gruppe von 30 bis 40 Männern überfallen worden. Die Angreifer töteten zwei Deutsche, zwei Ungarn und einen Oberösterreicher.
Der Überfall heizt die Stimmung zwischen den verfeindeten Nachbarländern Äthiopien und Eritrea zusätzlich an. Äthiopien macht seinen Erzfeind für den Überfall verantwortlich und wirft ihm vor, die Täter nicht nur geschickt, sondern auch ausgebildet zu haben. Eritrea dementiert.
Entführung von Entwicklungshelfern
In der Provinz Punjab in Pakistan soll es ebenfalls zu einer Entführung gekommen sein. Die pakistanische Polizei erklärte, dass ein Deutscher und ein Italiener, beide Entwicklungshelfer, in der Stadt Multan verschleppt worden seien. Sie sollen für die Deutsche Welthungerhilfe gearbeitet haben und sich um Flutopfer gekümmert haben.
Wie die Polizei mitteilte, sollen die Angreifer bewaffnet in ein Haus eingedrungen sein, den Wachmann gefesselt und die beiden Europäer aus ihren Zimmern entführt haben. Die Täter müssen genaue Informationen gehabt haben, wo die Männer schlafen, da mehrere Frauen, die in anderen Zimmern lagen – darunter eine Deutsche – nicht belästigt wurden.
Während in Italien bereits ein Krisenstab eingerichtet wurde, konnte das Auswärtige Amt in Deutschland die Entführung am Freitagmorgen noch nicht bestätigen. (tt.com)
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