Eine Flatrate auf Talfahrt

Einen Monat lang für 29 Euro unbegrenzt surfen, lautete das Angebot, das es einem Wörgler angetan hat. Der staunte nicht schlecht, als nach zwei Stunden Schluss war.

Von Christian Willim

Innsbruck –Hohe Geschwindigkeit, unbegrenztes Datenvolumen und keine Vertragsbindung. Klaus Moser wusste genau, was er wollte, nachdem er mit der Performance seines bisherigen Internet­anbieters nicht mehr zufrieden war. Bei Drei wurde der Wörgler fündig. 29 Euro pro Monat kostete jener Datentarif für mobiles Surfen, auf den die Wahl fiel. Am Ende jedes Monats sollte die dazugehörige Wertkarte neu aufgeladen werden – wenn gewünscht.

Nachdem der Modemstick mit SIM-Karte gemäß Anleitung installiert war, ging‘s ins Internet. „Aber schon nach zwei Stunden normaler Nutzung wurde ich mit der Information, dass mein Guthaben aufgebraucht ist, auf die Seite zur Aufladung meiner Wertkarte weitergeleitet“, wunderte sich der 47-Jährige, der zunächst noch an eine Fehlfunktion glaubte. Immerhin lautete das Angebot auf ein Monat unbegrenztes Surfen.

Das Erstaunen verwandelte sich nach einem Anruf bei der Hotline in Wut: „Ich bekam die Auskunft, dass der vereinbarte Tarif erst 24 Stunden nach Freischaltung gültig ist.“ Davon sei jedoch auf der Installationsanweisung keine Rede gewesen. Dort hieß es viel mehr: „Einfach aufladen und sofort nutzen.“

Mit dem „Sofort nutzen“ klappte es zwar, allerdings nicht zum so genannten Flatrate-Tarif. „Bis zur Freischaltung wird jedes verbrauchte Megabyte mit 0,10 Euro abgerechnet. Das waren die teuersten 300 MB meines Lebens“, kann es Moser noch immer nicht fassen.

Der TT-Ombudsmann bat bei Drei um Aufklärung. Dort wird bestätigt: „Wenn man den Anschluss vor Aktivierung des Paketes nutzt, wird der Einzelpreis verrechnet, wodurch das bestehende Guthaben rasch aufgezehrt wird.“ Die Paketaktivierung dauere aber in der Regel nur wenige Minuten. „Einzelfälle, wo es aus technischen Gründen zu Verzögerungen kommt, können leider nicht ausgeschlossen werden. Selbstverständlich handhaben wir solche Fälle kulant.“

Bleibt die Frage, woher der Kunde wissen soll, dass sein „Paket“ aktiviert ist. „Im Shop hat man mir später gesagt, dass ich eine Bestätigungsmail bekommen müsste. Dass ich darauf warten muss, habe ich aber erst im Nachhinein erfahren. Abgesehen davon, habe ich keine bekommen“, erzählt Moser, der dahinter eine „Bauernfängerei“ ortet. Dass das mobile Internet zwar auf Anhieb funktioniert, aber der gewählte Tarif erst später greift, scheint einigermaßen verwunderlich. Aus der Flatrate wird somit eine rasante Talfahrt, an deren Ende ein Guthaben aufgebraucht ist, das eigentlich Surfen für einen ganzen Monat garantieren hätte sollen.

Bei Drei zeigt man sich auf Anfrage des TT-Ombudsmanns einsichtig und will das verbrauchte Guthaben von Herrn Moser „gerne wieder aufladen“. Dem Wörgler geht es allerdings weniger ums Geld. „Die 29 Euro kann ich mir leisten. Aber das trifft ja vielleicht auch Leute, die das nicht können“, will Moser vor allem einen Missstand aufzeigen.

Ärger mit Datenvolumen gibt es indes immer wieder. Im Normalfall geht es dabei aber um jene teuren Raten, die bei Überschreitung des vereinbarten Pakets pro Megabyte verrechnet werden und Rechnungen ordentlich in die Höhe treiben können. Dass allerdings eine Flatrate gewissermaßen beim Surfen aufgefressen wird, ist wahrlich ein Kuriosum. Denn immerhin sollen genau solche Tarife das Abdriften in eine Kostenfalle verhindern.