Kitzbühel

Deckenteile fielen auf Partygäste: Vier Personen verletzt

Die „Kitz‘n‘ Glamour Party“ im Kitzbüheler Nobelhotel Grand Tirolia wurde am Freitag abrupt beendet. Teile der Decke stürzten im Saal auf die Gäste.

Von Verena Hofer

Kitzbühel – Bei der diesjährigen „Kitz‘n‘Glamour Party“ im Grand Tirolia feierten 1200 partywütige Gäste. Wodka und Champagner flossen dabei in Strömen und eine Modenschau von Philipp Plein stand um Mitternacht auf dem Programm. In den unzähligen Räumen wurde getanzt und gefeiert, was das Zeug hielt.

Eine Stunde nach Mitternacht lösten sich dann plötzlich Stuckteile von der Decke. Die Verputz-Brocken fielen auf die feiernden Besucher im Umkreis von zwei Metern. Eine Person erlitt dabei Verletzungen unbestimmten Grades. Die Rettung transportierte den Gast ins Krankenhaus St. Johann, wo er zur Beobachtung stationär aufgenommen wurde.

Partygäste, die in der unmittelbaren Nähe des Unglücksorts waren, bemerkten den Vorfall erst, als der gesamte Raum durch die Freiwillige Feuerwehr Kitzbühel geräumt wurde. Feuerwehrkommandant Alois Schmidinger kommentierte die Lage gegenüber der Tiroler Tageszeitung: „Die Einsatzmeldung ließ Schlimmes befürchten. ,Decke eingestürzt, eine Person eingeklemmt‘, hieß es. Zum Glück war das dann nicht so.“

Vor Ort erwarteten die dreißig angerückten Feuerwehrmänner ein bis zwei Quadratmeter heruntergefallener Verputz, welcher maximal zwei Zentimeter dick war. Einsatzleiter Schmidinger entschloss sich nach Absprache mit den Verantwortlichen, den Raum, das so genannte Atrium, zu evakuieren. „Die Musik wurde heruntergefahren und die Besucher darauf hingewiesen, dass aufgrund eines technischen Gebrechens der Raum geräumt werden muss“, erklärt der Feuerwehrkommandant.

Das Luxushotel, das erst im Oktober 2009 nach Umbauarbeiten eröffnet wurde, gehört Elena Baturina. Die Frau des ehemaligen russischen Bürgermeisters Juri Luschkow hat 40 Millionen Euro in die Renovierungsarbeiten des Fünf-Sterne-Hotels in Kitzbühel gesteckt.

Die Gäste selbst ließen sich vom Feiern übrigens nicht abhalten. In den Nebenräumen wurde bis zum Morgengrauen auf das Hahnenkammwochenende angestoßen.

Ein ­Sachverständiger versucht derzeit, die Ursache für den Vorfall herauszufinden. Das Dach wurde bereits überprüft, wobei jedoch kein Eindringen von Feuchtigkeit festgestellt werden konnte. Das Atrium bleibt bis zur Klärung gesperrt.