Ein Dilemma namens Paul
Washington – Die US-Republikaner haben am Samstag (Ortszeit) die Vorwahl in South Carolina abgehalten. Als Favoriten galten zwar Mitt Romney...
Washington –Die US-Republikaner haben am Samstag (Ortszeit) die Vorwahl in South Carolina abgehalten. Als Favoriten galten zwar Mitt Romney und Newt Gingrich, doch auch in dem konservativen Südstaat mischte wieder ein Mann mit, der die Partei vor ein wachsendes Dilemma stellt: Ron Paul.
Der 76-jährige Abgeordnete aus Texas ist ein radikaler Staatsgegner. Er will fünf Ministerien und die Zentralbank abschaffen, wettert gegen internationales Engagement aller Art sowie gegen Eingriffe in die Freiheit der Menschen, wozu er die Drogenbekämpfung ebenso zählt wie die Anti-Terror-Gesetze.
Damit gilt Paul selbst in der Republikanischen Partei als Außenseiter und nicht präsidiabel. Er hat aber in den Vorwahlen Überraschungserfolge gefeiert und sammelt damit Delegierte für den Nominierungsparteitag. Außerdem spricht er viele Junge und Unabhängige an – jene Wählergruppen also, die vor vier Jahren Barack Obama den Weg ins Weiße Haus geebnet haben.
Was Paul vorhat, ist völlig offen. Will er mit seinen Delegierten am Nominierungsparteitag zum Zünglein an der Waage werden und inhaltliche Zugeständnisse des Präsidentschaftskandidaten erpressen? Oder testet er seine Aussichten als unabhängiger Kandidat? Bei den Republikanern mehren sich jetzt jedenfalls die Stimmen, die mahnen, dass man die Partei Paul nicht wie einen Aussätzigen behandeln darf, sondern ihr ein Angebot stellen muss. (floo)
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