Superb 4x4: Der Kombi für alle Fälle
Mit dem Superb schielt Skoda auf die Oberklasse. Als weiterer Vorbote darf das neue 140-PS-Allradmodell, gepaart mit DSG-Automatikgetriebe, gelten. Derartig viele Talente finden sich in einem einzigen Auto selten.
Von Reinhard Fellner
Innsbruck –Immer wieder erstaunlich, was der Volkswagen-Konzern aus der tschechischen Marke Skoda gemacht hat. Einst Ost-Mauerblümchen, ist die Marke heute in Europa, China und Indien zum Inbegriff des preiswerten Fahrzeugs mit hohem technischen Anspruch geworden. Alle Modelle greifen ja auf die aktuellsten Komponenten des Volkswagen-Baukastens zurück und geben somit dem Käufer nicht nur ein sicheres Gefühl, sondern auch viel Freude über einen cleveren Kauf.
Seit der Präsentation der zweiten Superb-Reihe im Jahr 2008 weist der Weg der Tschechen zudem auch klar in Richtung gehobene Mittelklasse. Das Sechszylinder-Modell mit 260 PS klopft sogar schon am Oberklasseportal an. Kein Wunder: Das Platzangebot geriet fast konkurrenzlos. Auch ausgewachsene Staatslimousinen können auf der Rückbank nur in den Langversionen mit der Beinfreiheit des großen Tschechen mithalten. Auch vorne wähnt man sich – von der eher durchschnittlichen Innenbreite einmal abgesehen – eigentlich in einer anderen Klasse. Der Verstellbereich der gut geschnittenen Sitze ist groß, auch Sitzriesen werden hier glücklich. Nicht nur auf Langstrecken machen auch die verwendeten Materialien Spaß. Design und Haptik riechen eher nach der Konzernschwester Audi als nach der Sparmarke des Konzerns.
Geizen heißt es auch nicht beim Antrieb. Im TT-Testwagen werkte der durchzugsstarke Konzerndiesel mit 140 PS. Als neue Modellvariante steuerte das 320-Newtonmeter-Aggregat seine Kraft über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) auf alle vier Räder. Das fühlt sich sportlich-souverän an.
Bietet die moderne Mehrlamellen-Haldex-Viskokupplung dank elektronischer Drehmomentverteilung doch maximalen Schlupf in jeder Fahr- oder Wettersituation.
Dank der blitzschnell schaltenden Automatik, die auch manuelle Schaltvorgänge zulässt, erlaubt dies vor allem Überland relativ hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten. Lenkung und Bremsen spielen da durchaus mit. Speziell das Fahrwerk wirkt beim 4x4 aber viel ausgewogener als bei den einst etwas stuckrig wirkenden Testwagen mit Frontantrieb.
Sportlich-straff abgestimmt ist jedoch auch das Allradmodell. Die Nerven schonen dafür die gute Dämmung und die Kultiviertheit des Dieselaggregats. Noch vor wenigen Jahren traten noch manche Benziner nicht so ruhig auf – vom seligen Pumpe-Düse-TDI ganz zu schweigen.
Eine weitere große Stunde schlägt bei der – allein schon wegen des Wiederverkaufs – unbedingt empfehlenswerten „Combi“-Variante im Heck. 633 Liter Kofferraum sind in der Mittelklasse eben nicht zu toppen.
Eine der besten Laderaumabdeckungen am Markt und die optionalen Sicherungschienen am Kofferraumboden zeugen wie die niedere Ladekante von Kombikompetenz. Nur das Hochlegen der hinteren Sitzflächen funktioniert noch ganz wie früher.
Rechnet man dies alles zusammen, kommt man schnell zum Schluss: So ein kompetentes Kombi-Allrad-Paket ist ab 34.190 Euro sonst nirgendwo zu haben.
Dennoch zwei Tipps: Ohne Automatik kostet der 4x4 mit 170 PS gerade 34.950 Euro. Und der kleinere Octavia: Bei etwas weniger Platz kann er alles fast gleich gut, spart aber gleich mehrere Tausender.