„Völliger Nonsens“ - Harsche Kritik an YOG von DSV-Alpin-Chef Maier
Der deutsche Alpin-Chef spricht sich im dpa-Interview für die sofortige Abschaffung der Jugendspiele aus.
Innsbruck - Der Bayer Wolfgang Maier lebt seit Jahren für den Wintersport, er hat Talente geformt und gefördert - doch Olympische Jugendspiele (YOG) würde er am liebsten sofort wieder abschaffen. „Völliger Nonsens. Sportlich gesehen sind sie wertlos. Ich bin total dagegen. Jugendspiele verfälschen die ganze Idee von Olympia“, betonte der Alpin-Direktor des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) am Montag in einem dpa-Gespräch.
Maier gehörte von Anfang an zu den Kritikern der Idee von den Nachwuchsspielen für 14- bis 18-Jährige. „Der Zeitpunkt stimmt nicht, das Format stimmt nicht.“ Und überhaupt: „Man kann nicht bei Olympischen Spielen wie jetzt in Innsbruck ganze Jahrgänge ausschließen“, gab der 51-Jährige nach Abschluss der Premieren-Winterspiele in Tirol zu Protokoll.
„Das Größte ist ein Olympiasieg, da geht nichts drüber. Und jetzt Jugend-Olympiasieger? Man hypt die jungen Leute im verkehrten Alter in die völlig falsche Richtung“, kritisierte Maier und nannte als Beispiel den Kärntner Marco Schwarz. Der 16-Jährige holte am Patscherkofel dreimal Gold und wurde entsprechend bejubelt. „Der Junge wird jetzt in seiner weiteren sportlichen Entwicklung besonders beäugt“, meinte Maier skeptisch und plädierte gleichzeitig für die YOG-Abschaffung. „Warum muss man die Menschen mit Olympia überfluten? Damit geht das Besondere verloren.“ (APA)