Die feinste Art zu gugeln
Beim Anblick dieser Mehlspeise macht das Herz einen Guglhupfer. Omas Klassiker hat eine lange Tradition in der Küche und erfindet sich dank kreativer Zutaten ständig neu.
Von Nicole Unger
Wattens –Zugegeben, die Konkurrenz ist groß. Bei zuckersüßen Cupcakes aus Amerika und zarten Macrons aus Frankreich muss sich der Guglhupf aus Österreich ziemlich anstrengen, um in der Welt der Patisserie mithalten zu können. Doch der Guglhupf wäre nicht der Guglhupf, wenn er nicht den Sprung in die moderne Küche geschafft hätte.
In kleinen typischen Kaminförmchen gebacken, erweist sich Omas Klassiker, der bei uns in der Biedermeierzeit populär wurde, alles andere als bieder. Ganz im Gegenteil. Die kleinen Hupferl sind zu echten Party-Krachern geworden und passen nicht nur zum Kaffee, sondern auch zu Wein und Bier.
Egal ob Mini- oder Maxikuchen – die Varianten reichen von süß über pikant bis hin zu „beschwipst“. Variationen mit Speck (siehe Rezept), Kartoffel-Trüffel, Olive-Tomate sind genauso gefragt wie Verfeinerungen mit Erdnüssen und Karamell, Kürbiskernen, Heidelbeeren, Kaffee, Bananen, Feigen, Amaretto oder Champagner. „Der Guglhupf kann aus Hefe-, Rühr-, Germ- oder Biskuitteig hergestellt werden“, verrät Seminarbäuerin Rosi Prem vom Wattenberg („Österreichische Bäuerinnen backen“). Der Klassiker besteht aber aus Mehl, Eiern, Milch, Butter, Mandeln, Rosinen und Hefe. Wichtig sei, dass man vor allem schwere Massen mit Butter lange genug (ca. 50 bis 60 Minuten) im Backofen lässt. Bei leichteren Teigen mit Biskuit reichen 40 bis 45 Minuten. „Die Form sollte nicht zu voll werden“, ergänzt Prem. Um zu überprüfen, ob der Guglhupf fertig ist, sticht man mit einem Spieß in die Mitte. Bleibt Teig dran, heißt es „Bitte warten“.