Auf den Spuren einer Legende
Innsbruck – Der grenzgeniale und grenzgängerische Detektiv Sherlock Holmes kommt nicht aus der Mode. Dass sein Schöpfer Sir Arthur Conan Doy...
Innsbruck –Der grenzgeniale und grenzgängerische Detektiv Sherlock Holmes kommt nicht aus der Mode. Dass sein Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle bereits anno 1930 das Zeitliche segnete, ändert nichts an der Faszination für den feinsinnigen Analytiker, der jeden noch so perfiden Verbrecher in die Enge treibt und eigentlich nur sich selbst und seinen Hang zum Kokain-Konsum zum Feind hat. 56 Kurzgeschichten und vier Romane schrieb Conan Doyle dem Meisterdetektiv und seinem Gefährten und Chronisten Dr. Watson auf den Leib – und damit auch ein Stück Literaturgeschichte. Etliche der Abenteuer wurden verfilmt, zuletzt eroberten Robert Downey jr. und Jude Law als Holmes und Watson die Kinoleinwand.
Dem britischen Bestseller- und Drehbuchautor Anthony Horowitz ist es nun zu verdanken, dass das Ermittlergespann nicht zur Ruhe kommt. Mit dem Segen der Nachlassverwalter durfte Horowitz nämlich Conan Doyles literarisches Erbe fortschreiben und damit „Das Geheimnis des Weißen Bandes“ zur Auflösung freigeben. Im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts werden der blitzgescheite Schnüffler und sein treuer Kumpane in die dunklen Machenschaften der Kunstwelt hineingezogen. Doch bald ist eine Ladung gestohlener Bilder Nebensache und stattdessen ein grausam getöteter Straßenjunge – mit weißem Band ums Handgelenk gewickelt – der Schlüssel zu einem abscheulichen Verbrechen, das selbst Holmes blass werden lässt.
Dass er während der Ermittlungen plötzlich selbst im Gefängnis sitzt, macht die Sache nicht leichter. Doch Holmes wäre nicht legendär, wenn er nicht auch dieses Problem trickreich lösen würde – zu Watsons vollster Bewunderung natürlich. Horowitz‘ Hommage an Holmes ist spannend bis zur letzten Seite – bitte mehr davon. (fach)