Italiens Luftfahrtbehörde stellt „Air Alps“ 15-tägiges Ultimatum
Die italienische Luftfahrtbehörde ENAC hat der „Air Alps“ eine Frist gesetzt, um den Linienbetrieb zwischen Bozen und Rom wieder aufzunehmen.
Bozen - Die italienische Luftfahrtbehörde hat laut dem Südtiroler Mobilitätsrat Thomas Widmann (SVP) der österreichisch-Südtiroler Regionalfluglinie „Air Alps“ eine 15-Tages-Frist gestellt, um den Linienbetrieb zwischen Bozen und Rom wieder aufzunehmen. Geschehe das bis dahin nicht, könne die Landesregierung Anfang Februar die Konzession und die Slots an andere Fluglinien weitergeben, erklärte Widmann am Dienstag.
Die ENAC habe das Schreiben am 19. Jänner an die „Air Alps“ geschickt. Die Regionalfluglinie habe einen bestehenden Vertrag mit dem Land Südtirol und erfülle diesen nicht. Hintergrund dürften finanzielle Engpässe sein. Fest steht laut Widmann, dass es die „Air Alps“ in der jüngsten Generalversammlung unterlassen habe, die Geldmittel bereitzustellen, um eine drohende Insolvenz abzuwenden.
In Österreich läuft indes ein Überprüfungsverfahren. Nach APA-Information wird von den Behörden derzeit die Betriebsbewilligung in Österreich noch geprüft, unter anderem wird die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens unter die Lupe genommen. Die kleine Airline gilt aber bereits als „gegroundet“. Sie fliegt nicht, weil sie bestimmte formale Voraussetzungen nicht erfüllt, die an den gewerblichen Transport von Personen oder Gütern geknüpft sind - darunter eine intakte Geschäftsführung.
Für die Konzession der „Air Alps“ gab es zuletzt drei Interessenten, einen lokalen, einen deutschen und einen aus der Schweiz. Bei dem Südtiroler Kandidaten handelt es sich um die Unternehmerfamilie Gostner, die das Energieunternehmen „Fri-El Green Power“ besitzt. Der Schweizer Anwärter ist die Muttergesellschaft der „Air Alps“, die in Innsbruck ansässige „Welcome Air“, die sich zu 100 Prozent in Händen der Schweizer Investorenholding Remi Finanz- und Verwaltungs AG befindet. „Welcome-Air“-Chefin Sabine Mertens hatte vergangene Woche auf Anfrage der APA erklärt, dass die „Welcome Air“ bereit wäre, Linienflüge ihrer Tochter zu übernehmen.
Die „Welcome Air“ hatte die Südtiroler Regionalfluglinie im Dezember 2009 zu 76 Prozent übernommen. Die restlichen 24 Prozent blieben damals in Händen Südtiroler Unternehmer, der Region Trentino-Südtirol und der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA). (APA)