Die Frohnatur kann wieder lachen
Mit Rang drei beim letztjährigen Billabong Air & Style erfüllte sich Werner Stock einen Kindheitstraum. Wenig später riss er sich das Kreuzband und lag fünfmal unter dem Messer. Jetzt ist er wieder da. Und wie.
Von Max Ischia
Innsbruck –Werner Stock lächelt. Das tut er häufig und gerne. Eine Frohnatur eben. Wenn der Blondschopf aus Mayrhofen so über sein Dasein als Profi-Snowboarder plaudert, dann erscheint das Leben als ein einziger Ritt über unverspurte Tiefschneehänge. Doch es ist gar nicht lange her, da wurden dem Überflieger die Flügel gestutzt, holten den Sunnyboy die Schatten der Vergangenheit ein.
Just, als sich Stock, den sie in der Szene nur „Wööörnii“ nennen, im Vorjahr mit dem dritten Air & Style-Platz einen Kindheitstraum erfüllt hatte, fiel er aus allen Wolken. Nach einem verpatzten Trainingstrick in seiner Zillertaler Heimat lag der Senkrechtstarter auf dem Operationstisch – nach 2004 und 2007 zum dritten Mal mit gerissenem Kreuzband im rechten Knie. Der Anfang einer OP-Odyssee.
Nicht zuletzt, weil das eingesetzte Spender-Kreuzband von Stocks Körper abgestoßen wurde, lag er binnen dreier Monate nicht weniger als fünfmal unter dem Messer. Erst seit ein Stück seiner linken Patellasehne das lädierte rechte Kreuzband zusammenhält, ist er wieder guter Dinge. Die Wochen und Monate zwischen Hoffen und Bangen sind ein prägendes Stück Vergangenheit, die Gegenwart längst wieder von einer Leichtigkeit geprägt. „Ich bin wieder absolut schmerzfrei“, versichert der 24-Jährige und sieht dem anstehenden Billabong Air & Style nächsten Samstag (4. Februar) mit großer Freude, wie er sagt, entgegen.
Nur beim Blick auf die Startliste kippen die Mundwinkel kurzerhand nach unten: „Da kann einem ja richtig schlecht werden, vor lauter guten Leuten“, sagt er augenzwinkernd. Doch ohne Schmäh – die Konkurrenz ist stark wie nie. Nicht nur, dass der Nachwuchs immer rascher und risikofreudiger nachdrängt, haben sich mit Peetu Piiroinen (FIN), Sebastien Toutant (CDN), Marko Grlic (SLO), Peking-Triumphator Ulrik Badertscher (NOR) und dem letztjährigen Bergisel-Champion Mark McMorris (CDN) gleich fünf Air & Style-Favoriten angesagt.
Das ist nicht der einzige Grund, warum Veranstalter Andrew Hourmont einen rundum zufriedenen Eindruck macht. „Von den 12.500 aufgelegten Karten sind nur noch rund 2000 zu haben“, sagt er und rechnet mit einer vorzeitig ausverkauften Bergisel-Arena. Das Rampen-Ungetüm nimmt derweil von Tag zu Tag mehr Gestalt an und zumindest die Sorge über zu wenig Schnee fällt dieses Jahr flach. Während die Arbeiter alle Hände voll zu tun haben, die Zuschauerränge von den Schneemassen zu befreien, werden dennoch rund 100 Lkw-Ladungen Schnee aus dem Stubaital erwartet. „Für die Präparierung des Aufsprungs und Auslaufes.“
Eingetroffen in Innsbruck ist bereits das Objekt der Begierde – der Ring of Glory. Das handgefertigte Einzelstück aus 825er-Sterlingsilber ist dieser Tage während der Schalterzeiten in der jungen RLB am Südtiroler Platz zu bewundern. „Er fühlt sich richtig gut an“, nickt Stock – und lächelt dabei.