20.000 sterben jährlich an Krebs
Am Weltkrebstag nimmt die Österreichische Krebshilfe die Politik ins Gebet.
Wien –Der Weltkrebstag findet jedes Jahr am 4. Februar statt. „Dem diesjährigen Weltkrebstag kommt eine besondere Bedeutung zu. Vor einem halben Jahr haben alle UN-Mitgliedsstaaten eine Erklärung unterfertigt und sich dazu verpflichtet, alle Vorkehrungen zu treffen, um das Bewusstsein für die Krebserkrankung zu erhöhen und die Sterblichkeit zu reduzieren“, teilt die Österreichische Krebshilfe anlässlich des Weltkrebstages mit.
Jedes Jahr erhalten weltweit 12,7 Millionen Menschen die Diagnose Krebs, davon rund 40.000 in Österreich. Über 7,6 Millionen Menschen sterben jährlich, davon 20.000 in Österreich. Wenn die notwendigen Schritte nicht gesetzt werden, geht man davon aus, dass im Jahr 2030 bereits 26 Millionen Menschen weltweit die Diagnose Krebs erhalten und mehr als 17 Millionen Menschen an Krebs sterben.
„Die Österreichische Krebshilfe appelliert deshalb – einmal mehr – an Herrn und Frau Österreicher, die in Österreich vorhandenen Möglichkeiten zur Früherkennung von Krebs wahrzunehmen“, betonte der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, der Wiener Gynäkologe Paul Sevelda. Aber auch die politisch Verantwortlichen wurden ins Gebet genommen: Bei allen Diskussionen rund um „Sparpaket“ und notwendige Reformen müsse garantiert sein, dass weiterhin die modernsten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten allen in Österreich sozialversicherten Menschen uneingeschränkt zur Verfügung stehen. „Dies bedarf einer gemeinsamen Anstrengung, einer gemeinsamen Willenserklärung über alle Parteigrenzen und Interessen hinweg und einer gemeinsam gelebten Überzeugung, dass die Gesundheit ein Menschenrecht und das höchste Gut ist,“ appellierte Krebsexperte Christoph Zielinski, Vorstand der Univ.-Klinik für Innere Medizin I der MedUni Wien.
30 bis 40 Prozent der Todesfälle könnten übrigens vermieden werden: durch einen vernünftigen Lebensstil (Nichtrauchen, gesunde Ernährung, sorgsamer Umgang mit Alkohol, regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Umweltgiften, die Krebs erzeugen) und ein rechtzeitiges Erkennen von Krebserkrankungen im Rahmen von Krebs-Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen. (APA)