Pfarre Zirl droht Leitung des Schülerhortes zu verlieren
Nachdem die Pfarre über 40 Jahre den Hort geführt hat, spricht sich die Zirler SP für dessen Eingliederung in einen privaten Trägerverein aus.
Von Nikolaus Paumgartten
Zirl –Im so genannte Familienboot Zirl (FamBoZi) am Standort des früheren Pfarrsaales werden ab kommendem Jahr eine Reihe von Kinderbetreuungseinrichtungen, Gruppen der Pfarre und Vereine ein neues Zuhause finden. So wird auch der Pfarrhort vom ehemaligen Altenwohnheim in der Bahnhofstraße ins FamBoZi übersiedeln. Dass der Schülerhort für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren dann noch unter der Leitung der Pfarre steht, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch alles andere als sicher.
Derzeit laufen die Gespräche zwischen Gemeinde und Pfarre, unter welchen Voraussetzungen die Einrichtung im FamBoZi geführt werden soll. Die Zirler SPÖ hat in dieser Frage nun klar Stellung bezogen und einen Antrag an den Gemeinderat formuliert. Darin fordert sie, dass die Gemeinde selbst einen Privatverein initiieren solle, in dem alle Kinderbetreuungseinrichtungen – also neben dem Hort auch die Kinderkrippe, die Kindergärten und der Mittagstisch – vertreten sind. Damit könnte man die höhere Förderung für Privatvereine lukrieren und außerdem bliebe die Personalhoheit bei der Gemeinde, so die Argumentation. „Die Gemeinde zahlt schon jetzt das Personal und den größten Teil des Abgangs beim Schülerhort“, begründet SP-Vizebürgermeister Erich Steffan den Vorschlag. Da mache es umso mehr Sinn, den Hort selber zu führen. Über einen Dachverein ließen sich zudem viele Abläufe besser koordinieren.
Für Bürgermeister Josef Kreiser (Zirl Aktiv) ist die Idee der SPÖ nicht neu. Im Gegenteil: Für die Zukunft des Schülerhorts seien bisher immer schon drei Varianten im Raum gestanden. Die erste sieht vor, die Leitung bei der Pfarre zu belassen, bei der zweiten ist die Gemeinde Hort-Erhalterin. Und Varinate drei hätte eben die Gründung eines von der SPÖ jetzt wieder aufs Tapet gebrachten Trägervereines vorgesehen. „Aktuell gibt es aber jetzt erst einmal mit der Pfarre Verhandlungen, fix ist allerdings noch nichts“, erklärt BM Kreiser, der den SP-Antrag voraussichtlich in der März-Sitzung des Gemeinderates diskutieren lassen will. „Bis dahin sollte auch klar sein, unter welchen Voraussetzungen die Pfarre den Hort weiterführen würde“, so Kreiser, der der Pfarre attestiert, die Einrichtung stets zur Zufriedenheit der Gemeinde geleitet zu haben.
Zirls Pfarrer Roland Buemberger macht jedenfalls klar, dass die Pfarre auch sehr gerne weiterhin den Hort betreuen würde und versucht im selben Atemzug, ein möglicherweise falsches Bild in der Öffentlichkeit zurechtzurücken: „Es ist nicht so, dass wir uns mit dem Hort bereichern. Im Gegenteil: Wir zahlen jährlich 4000 Euro hinein und wickeln außerdem die Verwaltung wie etwa die Buchhaltung selbst ab.“ Seiner Ansicht nach müsste die Gemeinde froh sein, dass die Pfarre das so günstig macht.
„Das Angebot der Kirche steht. Wir sind gerne bereit, etwas für das Miteinander zu investieren“, so Buemberger, der auch auf die Erfahrung und die Kompetenz der Pfarre verweist. Immerhin wurde der Zirler Schülerhort vor über 40 Jahren von der Pfarre ins Leben gerufen.