„Ein echter Matt geht nicht unter“
Skicrosser Andreas Matt hofft bei der heutigen Untersuchung auf grünes Licht.
Von Toni Zangerl
Flirsch –Mehr als die Zuschauerrolle wird es nicht sein. Kein einziger ÖSV-Athlet ist bei den heute in Aspen (USA) beginnenden X-Games der Freestyler vertreten. Was natürlich auch Österreichs größte Medaillenhoffnung, den Flirscher Andreas Matt, mit einschließt. Der 29-jährige Skicrosser muss sich abseits der Piste derzeit einer ganz neuen Herausforderung stellen. Doppelter Bänderriss im rechten Knöchel, Haarriss im Rist, Teileinriss im Deltaband, Teileinriss mit knöchernem Bandausriss sowie eine hochgradige Schulterprellung mit Schleimbeutelerguss – das ärztliche Attest nach dem Sturz in Alpe D‘Huez (FRA) vor rund zwei Wochen hatte es in sich.
Vor der heutigen Untersuchung, wo Matt auf grünes Licht für den Weltcup (2. Februar) hofft, strahlt der Weltcupsieger aber bereits schon wieder voller Zuversicht. „Beim nächsten Rennen will ich wieder am Start sein.“
Langweilig wurde dem Olympia-Silbernen während der kurzen Schonzeit nicht, denn seine beiden Söhne Tommy und Sammy belagerten ihren Papa und forderten ihn zum Spiel und Herumtollen. „Die Buben genießen es, dass ich zu Hause bin. Aber nicht mehr lange, denn heute muss ich zur Kontrolle, dann hoffe ich auf grünes Licht.“ Für Otto Normalverbraucher wäre die Verletzung ein harter Rückschlag. Nicht so für den Parade-Skicrosser. „Ein echter Matt geht ja nicht unter.“ Eigentlich hatte er bei diesem verhängnisvollen Sturz im freien Skifahren noch großes Glück im Unglück. „Ich hab gleich gemerkt, dass da was ist, wollte aber unbedingt noch starten, hab dann aber eingesehen, dass es keinen Sinn hat. Der Schmerz war groß. Und noch größer dann die Ernüchterung bei der Untersuchung im Krankenhaus in Innsbruck.“
Wie geht‘s nun weiter? „Da ich nur zwei Rennen in Alpe d’Huez und Les Contamines versäumt habe, ist es halb so schlimm, die Chance auf den Weltcup-Gesamtsieg ist noch da. Leider aber ist mein großes Ziel (X-Games, Anm.) definitiv passé.“ Bisher lief‘s aber prächtig – drei Rennen, dreimal Top acht, ein Sieg – „ich bin immer besser in Form gekommen, hoffe jetzt wieder dort anknüpfen zu können und halte mich im Fitnessstudio fit. Heuer hoffe ich noch die Weltcupkugel verteidigen zu können.“ So vier, fünf Jahre werde er sicher noch fahren, meinte Matt.