Schütz-Triumph im Milan-Dress
Einige Wacker-Profis beweisen in der Türkei auch am Computer viel Gefühl.
Von Alex Gruber
Side –„Unterschätzen Sie niemals die Macht einer Sony-Playstation.“ Schon gar nicht, wenn ein trainingsfreier Nachmittag bei einem Blick aus dem Fenster eine heiße Session vor dem Computer mehr nahelegt als einen verregneten Stadtbummel. Das dachte sich gestern die wackere Neun Marcel Schreter, Julius Perstaller, Mathias Perktold, Christopher Wernitznig, Marco Kofler, Martin Siding, Daniel Schütz, Sascha Wörgetter und Martin Bstieler, um die Nummer eins mit den Händen auszuspielen. Nach den Halbfinalduellen Kofler (Klub Barcelona) – Wernitznig (Bayern) und Schütz (Milan) – Perstaller (Real) stand im Finale Barcas Elf gegen die blendend aufgestellten Rossinieri aus Mailand mit 0:3 auf verlorenem Posten. „Es waren einfach alle Topteams dabei“, lachte Youngster Sascha Wörgetter, der in der Gruppenphase mit Manchester United ebenso knapp das Aus fand wie Zimmerpartner Martin Bstieler mit ManCity.
Die eigene Zukunft liegt aber ohnehin am grünen Rasen. Der St. Johanner Wörgetter (Berater Nick Neururer) biegt in der Sporthandelsschule ebenso in die Zielgerade ein wie der Schwazer Bstieler (ohne Manager) im Sport-BORG. Ein Jungprofi-Offert für den kommenden Sommer wäre sicher nicht schlecht. „Sie zeigen ganz gut auf“, kommentiert Manager Oliver Prudlo in aller Ruhe die Tiroler Frischzellenkur.
Wörgetter machte im offensiven Mittelfeld mit seinem Treffer beim 1:1 gegen Leipzig Eigenwerbung: „Es war ein Supergefühl, bei den Profis ein Tor zu machen.“ Ansprüche stellt klarerweise keiner der beiden 18-Jährigen, Bstieler (Außenverteidiger) machte in Side zudem ja auch ein Bändereinriss einen Strich durch die Rechnung, um sich weiter bei Coach Kogler empfehlen zu können: „Es ist saublöd gelaufen, aber es ist, wie es ist. Ich bin schon wieder am Rad gesessen.“ Der Kärntner Fabian Hafner komplementiert das Feld der ‘93-Jahrgänge.
Die Trainer- und Betreuer-Crew kam gestern in der Türkei einem jährlichen Genuss nach – dem gemeinsamen Fischessen. Vielleicht hat man sich ja auch dort ein wenig über die Eigengewächse unterhalten. Und hoffentlich ohne Gräten.