Bei Lawinensuche schwören Retter auf Recco-Technik

Nur zufriedene Gesichter gab es bei der Analyse der Rettungsabläufe nach einem dramatischen Lawinenabgang am Höfener Hahnenkamm.

Von Helmut Mittermayr

Höfen, Ehenbichl –Das Wunder vom Hahnenkamm wurde von den Rettern einige Tage später im Heliport des Rettungshubschraubers RK 2 genauestens analysiert. Ein Deutscher war nach einer Stunde lebend und ansprechbar aus einer riesigen Lawine geborgen worden. Ein Luftloch hatte ihn gerettet (die TT berichtete). Das Resümee von Bergrettung, Heli-Team und Seilbahnen war ohne Abstriche positiv: Die Einsatzkette hat durchgängig funktioniert, der Gebrauch der Recco-Technik war schlussendlich entscheidend.

Die Kameradenbergung hatte sofort nach dem Abgang eingesetzt. Bergretter Stefan Zangerl, der den Verschütteten dann auch in über einem Meter Tiefe fand, war zufällig in der Nähe. Auch die Einsatztruppe der Bergbahnen war sofort vor Ort. Der Rettungshubschrauber RK 2 konnte trotz ungünstigen Flugwetters noch das nötige Equipment auf den Berg schaffen. Am großen Lawinenkegel im freien Skiraum mit 20 mal 50 Metern konnte der Verschüttete, der einen LVS-Sender trug, von den Bergrettern zunächst aber nicht geortet werden. Auch die Hunde schlugen im tiefen Schnee nicht an.

Mit dem Lawinenverschütteten-Suchsystems Recco gelang die Auffindung. Das System arbeitet mit passiven Reflektoren wie Kupferstreifen und aktiven Suchmaschinen. Franz-Peter Angerer, Reuttes Bergrettungschef: „Die Recco-Streifen sind schon in vielen Skianzügen, Helmen und Schuhen eingenäht, ohne dass es die Träger oft wissen. Auch Handys, Kameras, einfach alles, was reflektiert, wird damit geortet.“ Flugretter Christian Kätzler ergänzt: „Wenn es die Umstände erfordern, kann mit Recco sogar aus dem fliegenden Hubschrauber gesucht werden.“

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