Weltpolitik

Hollande rüstet zum Sturm auf den Élysée

Paris – Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande will mit „60 Verpflichtungen für Frankreich“ die Wahl im Frühjahr – di...

Paris –Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande will mit „60 Verpflichtungen für Frankreich“ die Wahl im Frühjahr – die erste Abstimmung geht am 22. April, die Stichwahl am 6. Mai über die Bühne – für sich entscheiden. Der Hoffnungsträger der Sozialisten legte gestern in Paris sein Wahlprogramm vor. Demnach will er bis 2017 rund 20 Milliarden Euro für Bildung und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. 29 Milliarden sollen im Gegenzug durch eine Steuerreform ins Staatssäckel fließen.

Vor allem in den Bereichen Bildung und Jugend will Hollande Akzente setzen. So sollen 150.000 Stellen für die Eingliederung junger Leute in den Arbeitsmarkt geschaffen werden. In der Finanzpolitik will Hollande Steuerschlupflöcher schließen und eine große Steuerreform umsetzen. Höhere Einkommen ab 150.000 Euro will er künftig mit 45 Prozent besteuern. Trotz neuer Ausgaben könne das hohe Staatsdefizit abgebaut und bis 2013 das Maastricht-Kriterium erreicht werden.

Und Hollande hat leicht lachen. In den Meinungsumfragen kann er Amtsinhaber Nicolas Sarkozy klar distanzieren. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CSA käme Hollande im ersten Wahlgang auf 31 Prozent der Stimmen – gegenüber 25 Prozent für Sarkozy. Dieser sieht seine Felle davonschwimmen. „Erstmals in meinem Leben habe ich das Ende meiner Karriere vor Augen“, wurde er in französischen Medien zitiert. Das Erschreckende für Sarkozy: Die Rechtsextremistin Marine Le Pen und auch Zentrist François Bayrou sind ihm in den Umfragen dicht auf den Fersen. Am Sonntag will Nicolas Sarkozy in einem TV-Auftritt sein Programm erläutern und „bedeutende Maßnahmen“ gegen die Wirtschaftskrise ankündigen. (AFP, APA, jec)