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Lotto-Rekord, Casinos am Prüfstand

Casinos Austria erspielten dank Lotto Rekordumsatz von 3,4 Mrd. Euro. Novomatic bekämpft Lizenzvergabe.

London – Mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro können die Casinos Austria auf ein Rekordjahr 2011 zurückblicken. Den Löwenanteil am Umsatzplus von 6,7 Prozent spielten erneut die Lotterien in die Kassen. In diesem Bereich sei das Umsatzplus von 9,7 Prozent auf 2,899 Milliarden Euro hauptsächlich dem Relaunch des klassischen Lottos sowie der Einführung einer zweiten „EuroMillionen“-Ziehung zu verdanken, erklärt Vorstand Friedrich Stickler.

Weniger gewinnträchtigen Bereichen könnte es bald an den Kragen gehen. Konzernchef Karl Stoss startete nach einer schlechten Bilanz im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres eine radikale Aufräumaktion: Aktuell äußerte er am Rande der Internationalen Glücksspielmesse ICE in London den Wunsch, die Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) bis 2013 zu sanieren. Von den rund 60 Casinos in Europa wolle er sechs bis sieben loswerden, so Stoss – allen voran die 6,8 Prozent, die die CAI am griechischen Spielkomplex Loutraki hält.

Ausgebaut werden soll hingegen das Geschäft im Internet. Die Online-Tochter win2day.at will in Belgien eine Lizenz zum Internetzocken beantragen.

Offen ist indes, an wen die Spielbanklizenzen in Österreich vergeben werden. Die Ausschreibung in Paketen – Mitte Jänner war die Bewerbungsfrist für das so genannte Stadtpaket ausgelaufen – ist Casinos-Austria-Konkurrent Novomatic ein Dorn im Auge: „Nach 40 Jahren Unter-der-Tuchent-Vergabe wollen wir endlich ein faires Vergabeverfahren“, erklärte Novomatic-Generaldirektor Franz Wohlfahrt bei der ICE. Ein Individualantrag gegen die paketweise Vergabe wurde beim Verfassungsgerichtshof bereits im Dezember eingebracht, bestätigte er. Wohlfahrt erwartet ein baldiges Erkenntnis vor dem Ende der Bewerbungsfrist für das zweite Paket, das so genannte Landpaket, am 16. Mai.

Die Casinos Austria gaben dazu keinen Kommentar ab, hoffen aber, die Stadtpaket-Lizenzen zu bekommen. „Sonst würden 900 bis 1000 Mitarbeiter ihren Job verlieren,“ schätzt Karl Stoss. (APA)