Türkisches Fernsehen strahlt Lanzmanns „Shoah“ aus
Ankara bekennt sich zur kompromisslosen Bekämpfung von Rassismus, Xenophobie und Antisemitismus.
Ankara – Das türkische staatliche Fernsehen TRT hat am Donnerstagabend den Dokumentarfilm „Shoah“ des französischen Regisseurs Claude Lanzmann aus dem Jahr 1985 ausgestrahlt, in dem überwiegend Zeitzeugen der Judenvernichtung während des Zweiten Weltkriegs zu Wort kommen. Für die Ausstrahlung des Streifens hatte sich das Projekt „Aladin“ eingesetzt, eine türkische interkulturelle Initiative für muslimisch-jüdische Verständigung. In einer Aussendung bekannte sich das türkische Außenministerium anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am Freitag zum kompromisslosen Kampf gegen Rassismus, Xenophobie und Antisemitismus.
Vor zwei Jahren hatte ein türkischer Fernsehfilm mit angeblich antisemitischer Färbung eine heftige diplomatische Kontroverse zwischen der Türkei und Israel verursacht. Es handelte sich dabei um Szenen der türkischen TV-Serie „Das Tal der Wölfe“, in denen Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad und israelische Militärs in einem besonders negativen Licht erschienen. Die israelische Regierung hatte das türkische Fernsehen beschuldigt, „zum Hass gegen Israel anzustacheln“. (APA/AFP)