Bühne

Fetzig, erdig, rau, betörend

Vorschau auf artacts ‘12: Tirols experimentelle Stimme im Festspielreigen.

Innsbruck –Natürlich ist „experimentell“ nur eine Facette des jährlich in der Alten Gerberei in St. Johann stattfindenden artacts-Festivals, da begegnet man auch Jazz, Improvisation, Noisemusic und kammermusikalischer Neuer Musik, spannenderweise vielem zugleich.

Die artacts-Musiker gehören zur Weltspitze oder sind auf dem Weg dorthin und ziehen entsprechend internationales Publikum an. Veranstalter Hans Oberlechner, der an der Spitze des Vereins „Musik Kultur St. Johann“ rund 100-mal im Jahr in verschiedenen Veranstaltungen Qualität in den Ort bringt, präsentierte am Freitag in Innsbruck sein diesjähriges artacts-Programm, das wieder prall gefüllt ist mit Uraufführungen, neuen Ensemble-Konstellationen, Projekten und Debüts. Er kann auf einige MusikerInnen verweisen, deren internationale Karrieren bei artacts begonnen haben. Die Gemeinde St. Johann hält sich finanziell angesichts der überregionalen Beachtung des Festivals und der Bedeutung des Kulturvereins auffallend zurück, immerhin wird die Förderung der gesamten Vereinsarbeit von 8000 und letztes Jahr 10.000 Euro heuer auf 17.000 Euro aufgestockt (Gesamtbudget 250.000 Euro).

Das Trio Free Falls eröffnet das Festival am 9. März, Ken Vandermark, der Klarinettist, prägt seit über 20 Jahren neue Formen des Jazz und ist Stammgast in St. Johann. Es folgen Gasser & Trzaska, ReDDeeR und The Ames Room. Der berühmte Vokalist Phil Minton, das stille Trio Barrel und der wilde Cactus Truck sind am 10. März dran, am 11. folgen die Formationen Williams, Flaten und Daisy, Zimpel & Reisinger, Moonphases – mit Martin Mallaun, Zither, und Harald Pröckl, Akkordeon – und das Resonance Ensemble.

Hannes Löschel gestaltet einen Kinderworkshop (Ergebnis 11. März nachmittags), Bassist Clayton Thomas wird in einem Workshop mit Tiroler-Konservatorium-Schülern in die Welt der Improvisation eintauchen. Aufführung am 10. März, 19 Uhr. Jazzlehrer Stephan Costa: „Die Jungen profitieren unheimlich von der Spitzenklasse in der Alten Gerberei.“ (u.st.)