Weltpolitik

Öl und Nationalstolz befeuern Falkland-Konflikt

London, Buenos Aires – Wenige Wochen vor dem Jahrtag des Falkland-Kriegs ist es zwischen Großbritannien und Argentinien zu neuen Spannungen ...

London, Buenos Aires –Wenige Wochen vor dem Jahrtag des Falkland-Kriegs ist es zwischen Großbritannien und Argentinien zu neuen Spannungen gekommen. Großbritannien übt seit dem gewonnenen Krieg vor dreißig Jahren wieder die Kontrolle über die Inseln aus, und auch die Bewohner gelten als pro-britisch. Doch Argentinien hat seine Ansprüche bis- her nicht formal aufgegeben.

Hintergrund der aktuellen Spannungen sind zum einen erfolgreiche Probebohrungen nach Öl und Erdgas im Festlandsockel um die Inselgruppe. Angesichts des gestiegenen Ölpreises gilt die Ausbeutung der Vorkommen als wirtschaftlich rentabel. Zum anderen stehen sowohl die argentinische als auch die britische Regierung innenpolitisch unter Druck und können mit einer har- ten Haltung zuhause punkten.

Argentinien, dessen Militärjunta 1982 mit einer Invasion der Falkland-Inseln scheiterte, versucht es diesmal mit wirtschaftlichen Nadelstichen. Es überzeugte die Mercosur-Staaten Uruguay, Brasilien, Paraguay und Chile, ihre Häfen für Schiffe mit der Falkland-Flagge zu sperren. Die argentinische Küstenwache bringt immer wieder Fischkutter mit Falkland-Lizenz auf. Großbritannien, das eine militärische Präsenz auf den Inseln unterhält, schickte Flight Lieutenant Wales – besser bekannt als Thronfolger Prinz William – für sechs Wochen zur Ausbildung auf die Falkland-Inseln.

Es folgte ein verbaler Schlagabtausch. Der britische Premier David Cameron warf Argentinien Kolonialismus vor: „Was die Argentinier zuletzt wieder sagen, hört sich eher nach Kolonialismus an, denn die Falkland-Bewohner wollen britisch bleiben.“ Dies löste Empörung in Argentinien aus, wo seitdem auf Demonstrationen der Union Jack verbrannt wird.

Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner konterte jetzt bei ihrem ersten Auftritt nach der Schilddrüsenoperation: „Bei der UNO sind noch heute 16 Kolonien verzeichnet und zehn davon gehören zu Großbritannien. Die symbolträchtigste Kolonie sind unsere Falkland-Inseln.“ (floo)