Gillard-Mitarbeiter stachelte offenbar zu Aborigines-Protesten an
Der Pressesprecher der Regierungschefin soll die Demonstranten über die Anwesenheit von Oppositionsführer Tony Abbott in dem Restaurant informiert und ihnen eine angeblich gemachte abschätzige Bemerkung Abbotts weitergeleitet haben.
Sydney - Die Proteste wütender Aborigines, in deren Verlauf die australische Regierungschefin Julia Gillard aus einem Restaurant in Sicherheit gebracht werden musste, sind offenbar von einem ihrer Mitarbeiter angestachelt worden. Gillard distanzierte sich am Samstag von Pressesprecher Tony Hodges, der die Demonstranten über die Anwesenheit von Oppositionsführer Tony Abbott in dem Restaurant informierte und ihnen eine angeblich gemachte abschätzige Bemerkung Abbotts weiterleitete. Hodges war am Freitagabend zurückgetreten.
Aborigines hatten am Donnerstag das Restaurant in der Hauptstadt Canberra umringt, in dem Gillard und Abbott saßen. Sie schlugen gegen die Scheiben und riefen „Schande“ und „Rassist“, bis Personenschützer und Polizisten die beiden Politiker in einer Rettungsaktion mit tumultartigen Szenen aus dem Restaurant eskortierten.
Die Demonstranten hatten an einer Kundgebung in einem nahe gelegenen Zeltlager der Aborigines anlässlich des „Australia Day“ teilgenommen, mit dem an die Ankunft der ersten britischen Siedler 1788 erinnert wird, und gegen ihre Benachteiligung in der Gesellschaft protestiert. Sie zogen dann zum Restaurant, um gegen eine angebliche Bemerkung Abbotts zu protestieren, wonach die Proteste der Aborigines nicht länger relevant seien.
Nach Angaben Gillards hatte Pressesprecher Hodges die angebliche Aussage, die Abbott später dementierte, an die Aborigines weitergeleitet und vorgeschlagen, Sprecher der Ureinwohner sollten zum Restaurant kommen, um auf Abbotts Bemerkung zu reagieren. „Herr Hodges hat alleine und ohne Autorisierung gehandelt“, sagte Gillard am Samstag. „Für mich sind diese Handlungen ganz eindeutig inakzeptabel.“ Hodges sei aber „eine anständige Person“ und habe für seine „falsche Beurteilung“ einen hohen Preis gezahlt.
Zuvor hatte Oppositionsführer Abbott von der Regierungschefin eine vollständige Aufklärung des Vorfalls verlangt. Er sprach zudem von einer „ziemlich schmutzigen“ Angelegenheit. (APA/AFP)